. Komplementärmedizin

Akupunktur kann beim Karpaltunnelsyndrom helfen

Akupunktur kann gegen Symptome des Karpaltunnelsyndroms helfen. Sie verändert die Reizweiterleitung im Gehirn. Das zeigt eine Studie, die im Fachjournal Brain erschien.
Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom zeigt sich durch Schmerzen und Taubheitsgefühle

Ein Team um Forscher vom Massachusetts General Hospital verglichen eine echte Akupunktur mit einer Scheinakupunktur beim Karpaltunnelsyndrom. Bei diesem Syndrom ist der Nervus medianus im Bereich des Handgelenks eingeengt, der Druck auf den Nerv kann zu Taubheitsgefühlen, Missempfindungen und Schmerzen in den Händen führen.

Im Gegensatz zu anderen chronischen Schmerz-Erkrankungen gibt es hier einen Möglichkeit, den Schweregrad über die beeinträchtigte Leitfähigkeit des Nervus medianus objektiv zu untersuchen. Außerdem hatten die US-Wissenschaftler in einer vorigen Studien entdeckt, dass im Zuge des Syndroms auch mit dem Tastsinn verbundene Signalwege in einer Gehirn-Region verkürzt sind.

Akupunktur kann beim Karpaltunnelsyndrom helfen

Die Forscher untersuchten 80 Patenten im Durchschnittsalter von 49 Jahren mit Karpaltunnelsyndrom. Sie wurden in drei Gruppen aufgeteilt: Die erste erhielt eine Elektro-Akupunktur an der betroffenen Hand, die zweite eine Elektro-Akupunktur an Knöchel und Ferse des gegenüberliegenden Beines und die dritte eine Schein-Elektroakupunktur an der betroffenen Hand - mit Nadeln, die nur in die Haut drückten und nicht stachen und keinen elektrischen Impuls übertrugen.

Die Therapie dauert acht Wochen, in denen es 16 Behandlungs-Sitzungen gab. Die Patienten wurden vor und nach der Therapie sowie bei einer Nachuntersuchung nach drei Monaten befragt. Direkt nach der Behandlung berichteten die Patienten in allen drei Gruppen, ihre Symptome, also Schmerzen und Taubheitsgefühle, seien zurückgegangen. Beide Akupunktur-Formen hatten also geholfen.

 

Physiologische Veränderungen an Hand und Gehirn

Allerdings gab es deutliche Unterschiede in Hinsicht auf physiologische Veränderungen. Die reale Akupunktur an der betroffenen Hand führte zu einer verbesserten Reizweiterleitung am betroffenen Handgelenk - die Blutversorgung der peripheren Nerven wurde verbessert - und zu Veränderungen im Gehirn, einer verbesserten Signalweiterleitung im somatosensorischen Kortex. Bei der Schein-Akupunktur gab es diese Veränderungen nicht. Auch hielt der Placebo-Effekt nicht an, während die echte Akupunktur noch nach drei Monaten lindernd wirkte.

Studienleiter Dr. Vitaly Napadow plant nun weitere Untersuchungen, um die objektive beziehungsweise physiologische und subjektive beziehungsweise psychologische Schmerzlinderung durch echte Akupunktur in Vergleich zum Placebo-Effekt zu erforschen und zu bewerten.

Karpaltunnelsyndrom häufiger bei Frauen

Das Karpaltunnelsyndrom tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern, und meist erst ab einem Alter von 40 Jahren. Menschen, die viel mit den Händen arbeiten, sind besonders betroffen. Meist tritt das Syndrom beidseitig auf. Es kann konservativ vor allem durch Schonung und Ruhigstellung behandelt werden. Schlägt dies nicht an, kann eine Operation nötig sein, bei der einengendes Gewebe entfernt wird.

Foto: fosupaksom/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schmerzen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Karpaltunnelsyndrom

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Nach dem Wunsch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen flächendecke Fieber-Ambulanzen die Praxen entlasten, wenn die Corona-Infektionen in den Wintermonaten wieder zunehmen werden. Kinder- und Jugendärzte halten diese Idee für schädlich.
Im Vorfeld des World Health Summit sprechen Christian Drosten und Detlev Ganten über das Coronavirus im Speziellen und die globale Ausbreitung im Allgemeinen. Für den Virologen steht fest: Deutschland hat nichts besser gemacht als andere Länder. Und: Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.