. Influenza 2014/2015

Aktuelle Grippewelle: Grippeimpfung schützt vor schweren Verläufen

Mitten in Deutschlands Grippewelle raten Experten dringend zur Grippeimpfung. Die Impfung wirkt zwar nicht umfassend, schützt aber vor einem schweren Krankheitsverlauf. Und davon gibt es in dieser Saison ungewöhnlich viele.
Aktuelle Grippewelle: Die Grippeimpfung schützt doch

Die Grippeimpfung kommt zwar nicht ganz gegen das H3N2-Virus an, schützt aber trotzdem

Die Grippewelle 2014/2015 sucht ihresgleichen: Aktuell sind in Deutschland rund 27.000 Fälle von Grippe registriert, die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen. Experten der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) raten jetzt nachdrücklich zur Grippeschutzimpfung. Denn je mehr Menschen geimpft seien, desto weniger gefährdeten sie Kinder, Alte und abwehrgeschwächte Menschen. Für diese Menschen kann eine Grippe nämlich unter Umständen tödlich verlaufen.  Aber auch medizinisches Personal seieinem hohen Risiko ausgesetzt. "Wir raten allen ungeimpften die Grippeimpfung jetzt noch nachzuholen", so die DGI-Experten. 

Großteil der Erkrankten nicht gegen Grippe geimpft

Die Infektionsmediziner räumen zwar ein, dass der Grippeimpfstoff gegen einen der drei Virustypen dieser Saison – das H3N2-Virus – nicht ausreichend wirkt. Doch erkrankten geimpfte Patienten meist weniger stark. „Die Impfung schützt trotzdem“, sagt Professor Bernhard Ruf, Leiter der Klinik für Infektiologie am Klinikum St. Georg in Leipzig. „Das zeigt sich vor allem auch daran, dass ein Großteil der derzeit an Grippe erkrankten Menschen nicht geimpft sind.“ Außerdem beobachtet der Experte immer wieder: „Bei gegen Influenza geimpften Personen verläuft die Grippeerkrankung milder als bei ungeimpften.“

In der aktuellen Grippesaison treten nicht nur besonders viele Grippefälle auf. Ein besonders hoher Anteil nimmt einen so schweren Verlauf, dass ungewöhnlich viele Patienten intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Vielerorts werden daher schon die Intensivbetten knapp und Patienten müssen zum Teil in Kliniken im Umland verlegt werden.

Schweinegrippe hat Vertrauen in Grippeimpfung erschüttert

Eine Impfung könnte auf jeden Fall den hohen Andrang auf den Intensivstationen verhindern, sind sich die Infektionsmediziner sicher. Doch seit der „Schweinegrippe“ im Jahr 2009 sind die Impfzahlen stetig zurückgegangen. Experte Ruf: „Die daraus resultierende schwache Grundimmunität der Bevölkerung erleichtert die Verbreitung von Grippe-Viren.“ Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene ließen sich selten gegen die Grippe impfen lassen. Doch sie erleiden häufig besonders schwere Infektionen, da ihr Immunsystem zu heftigen entzündlichen Reaktionen in der Lage ist, mit schwer verlaufender viraler Lungenentzündung. „Auch hier würde eine Impfung vorbeugen“, so Ruf.

Foto: © apops - Fotolia.com

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Grippe , Grippeschutzimpfung , Grippewelle

Weitere Nachrichten zum Thema Grippe

| Die Grippe breitet sich immer weiter aus, wie die aktuelle Wochenkarte der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt. Bis zum Ende der 6. Kalenderwoche wurden zudem bereits 102 Tote durch das Influenza-Virus gemeldet.
| Bestimmte Darmbakterien können vor einer schweren Grippe-Infektion schützen, indem sie Flavonoide verstoffwechseln. Das haben amerikanische Forscher in einer Studie gezeigt. Die Stoffe kommen besonders viel in Blaubeeren, schwarzem Tee und Rotwein vor.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Die Grippe breitet sich immer weiter aus, wie die aktuelle Wochenkarte der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt. Bis zum Ende der 6. Kalenderwoche wurden zudem bereits 102 Tote durch das Influenza-Virus gemeldet.
. Top-Fortbildungen
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.