. Schmerztherapie

Aktualisierte Leitlinie zu Fibromyalgie erschienen

Bei der Diagnose und Behandlung von Fibromyalgie tun sich Ärzte oft schwer. Nun wurde eine neue Leitlinie zur Therapie der Fibromyalgie veröffentlicht, die Medizinern und Patienten beim Umgang mit der Erkrankung mehr Sicherheit geben soll.
Fibromyalgie behandeln

Eine neue Leitlinie zur Fibromyalgie soll Ärzte und Patienten unterstützen

Patienten mit Fibromyalgie leiden unter chronischen Muskel- und Gelenkschmerzen und schneller Erschöpfbarkeit. Auch schlechter Schlaf und depressive Störungen treten häufig auf. Das größte Problem liegt aber darin, die Erkrankung überhaupt zu diagnostizieren, da die Symptome oft nicht eindeutig sind. Auch die Ursachen der Fibromyalgie sind bislang nicht geklärt; allerdings gehen Forscher heute davon aus, dass es bei der Erkrankung zu einer Fehlfunktion im schmerzverarbeitenden System kommt. So konnten kürzlich bei Fibromyalgie-Patienten Schädigungen an den kleinen schmerzleitenden Nervenfasern (small fibers) nachgewiesen werden.

Um Ärzten und Patienten mehr Sicherheit beim Umgang mit der Erkrankung zu geben, wurde nun eine aktualisierte Leitlinie zur Therapie der Fibromyalgie vorgelegt. Die Praxisleitlinie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) e.V. entwickelt und spiegelt den aktuellen Wissenstand über das Syndrom Fibromyalgie wieder.

Datenlage zur Fibromyalgie ist dürftig

Bis heute gibt es keine speziellen Medikamente zur Behandlung der Fibromyalgie. Ärzte verschreiben daher häufig Schmerzmittel, Schlafmittel und/oder Antidepressiva. Inwieweit diese Medikamente bei Fibromyalgie nutzen, ist jedoch zu großen Teilen unklar. Auch der verantwortliche Autor der aktualisierten Leitlinie, der Allgemeinarzt und Schmerztherapeut Dr. Oliver Emrich, erklärt, die Datenlage zu Therapien des Fibroymalgie-Syndroms sei „schlecht oder nicht vorhanden“.

Daher sollte die Therapie der Fibromyalgie auch in erster Linie nichtpharmakologisch erfolgen, so die Leitlinien-Autoren. Das Ziel der Behandlung sei dabei vor allem eine deutliche Symptomlinderung. Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder Opioide sollten allerdings zurückhaltend eingesetzt werden. Sinnvoller seien Sport, Physiotherapie, Chirotherapie und Entspannungsverfahren.

 

Andere Erkrankungen ausschließen

Wichtige Stützen bei der Therapie seien zudem eine gute Arzt-Patienten-Beziehung sowie die Einbettung in Selbsthilfegruppen. Bei der Diagnose müssten zunächst rheumatologische, internistische oder neuromuskuläre Krankheiten, die ähnliche Symptome auslösen können, ausgeschlossen werden. Zudem werden standardisierte Fragebogeninventare sowie eingehende neuroorthopädische Untersuchung zur Diagnosestellung empfohlen.

Fibromyalgie kann in jedem Lebensalter auftreten, macht sich jedoch meist im Alter zwischen 30 und 40 Jahren zum ersten Mal bemerkbar. Schätzungen zufolge leiden rund drei Prozent der Bevölkerung in Deutschland an der Erkrankung; die meisten Betroffenen sind weiblich.

Foto: © stockWERK - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schmerzen , Rheuma , Gelenkschmerzen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Fibromyalgie

| Das Fibromyalgiesyndrom ist eine mysteriöse Erkrankung, die oft mit Sport behandelt wird. Nun haben Wissenschaftler die Effekte von Tai Chi und Aerobic verglichen. Demnach schneidet Tai Chi besser ab als das Ausdauertraining.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.