. Deutsche Schmerzgesellschaft

Aktionstag gegen Lücken in der Schmerzversorgung

Mit einem bundesweiten Aktionstag gegen den Schmerz wollen die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. und Partnerorganisationen auf die lückenhafte Versorgung von Schmerzpatienten aufmerksam machen.

Weg mit dem Schmerz! Ein Aktionstag soll für bessere Schmerzversorgung sorgen.

Der Schmerztag, der am 2. Juni stattfinden wird, soll darauf aufmerksam machen, dass immer noch viele Millionen Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden, nicht ausreichend oder angemessen versorgt sind, so die Deutsche Schmerzgesellschaft (dgss).  „In über 500 Praxen, Kliniken, aber auch in vielen Apotheken und Pflegeeinrichtungen finden Aktionen, Infotage und Vorträge statt. Als Extra-Service mehrere Dutzend Schmerztherapeutinnen und Schmerztherapeuten den Patienten von 9:00 bis 18:00 Uhr in der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-18 18 120 Rede und Antwort“, schreibt die dgss in einer Pressemitteilung.

Aktionstag gegen den Schmerz

Erstmalig in diesem Jahr machen laut Dachorganisation auch Pflege-Schmerzexperten am Aktionstag mit. Als Extraservice für Pflegefachkräfte habe die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. gemeinsam mit den Pflegeverbänden ein Expertentelefon „Schmerz & Pflege“ für den 2. Juni eingerichtet. Hier sollen Pflegefachkräfte Tipps an ihre Fach-Kolleginnen und -Kollegen, beispielsweise zu Fragen der spezialisierten Ausbildung oder aber zu Expertenstandards in der Pflege älterer Schmerzpatienten weitergeben. „Ich danke dem Deutschen Pflegerat und dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, dass diese in diesem Jahr beim Aktionstag mitmachen“, sagt hierzu Prof. Dr. Michael Schäfer, der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft.  „Diese Kooperation werden wir ausbauen!“

Thema Schmerz soll ganz oben auf die Agenda der Gesundheitspolitik kommen

Gleichzeitig freue man sich, dass die im vergangenen Jahr gestartete Zusammenarbeit mit den Apothekerverbänden gestärkt werden konnte, so Prof. Schäfer.  So werden sich dieses Jahr 2015 über 250 Apotheken am Aktionstag beteiligen – 2014 waren es rund zwei Dutzend. „Wenngleich Medikamente nicht immer die einzige Lösung sind, sondern es gerade bei chronischen Schmerzen einer interdisziplinären Therapie bedarf, ist klar, dass die Volkskrankheit Schmerz nur berufs- und fachübergreifend bearbeitet werden kann“, so Schmerz-Präsident Prof. Michael Schäfer. Schäfer wünscht sich von der Politik, dass das Thema Schmerz in der Gesundheitspolitik des Bundes und der Länder ganz oben auf der Agenda steht. Hierzu soll auch das Nationale Schmerzforum dienen, in dem die zentralen Akteure einmal pro Jahr zusammen kommen um eine Weiterentwicklung der Schmerzversorgung in Deutschland zu erreichen.

Foto: Fotolia -  Stasique

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Pflege

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