Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
20.09.2016

Aktionsbündnis Wiederbelebung gestartet

Am Montag ist das „Nationale Aktionsbündnis Wiederbelebung“ gestartet. Das Motto lautet: „Jeder von uns kann zum Lebensretter werden.“
Wiederbelebung ist kinderleicht: Das Nationale Aktionsbündnis will jeden zweiten zum Lebensretter machen

Wiederbelebung ist kinderleicht: Das Nationale Aktionsbündnis will jeden zweiten zum Lebensretter machen

Pünktlich zur Woche der Wiederbelebung ist am Montag das „Nationale Aktionsbündnis Wiederbelebung“ gestartet. Das Projekt wurde vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) ins Leben gerufen, zahlreiche Fachgesellschaften und Hilfsorganisationen beteiligen sich daran. Ziel des Bündnisses ist, Informationen zur Wiederbelebung zu verbreiten, so dass jeder zum Lebensretter werden kann. „Mit der heute gestarteten Informationskampagne wollen wir erreichen, dass alle Bürgerinnen und Bürger die notwendigen Maßnahmen zur Wiederbelebung kennen und sich im Ernstfall trauen, diese auch anzuwenden“, erklärte BZGA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss am Montag in Berlin.

Jeder zehnte stirbt am Herzstillstand

In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 50.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Nur jeder zehnte Betroffene überlebt diesen Vorfall. Dabei könnte vielen das Leben gerettet werden, wenn Anwesende beherzt eingreifen würden, bevor die Rettungskräfte kommen. Doch viele trauen sich nicht, aus Angst, etwas falsch zu machen. „Wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen wird, können sich die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand verdoppeln bis verdreifachen“, betonte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. „Deshalb wollen wir gemeinsam mit dem ‚Nationalen Aktionsbündnis Wiederbelebung‘ und einer bundesweiten Kampagne zeigen: Wiederbelebung ist einfacher, als viele denken. Jeder von uns kann zum Lebensretter werden."

Die Informationskampagne wird von zahlreichen Prominenten unterstützt, darunter der Entertainer Dr. Eckart von Hirschhausen, die dreifache Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch und der ehemaliger Nationalspieler Gerald Asamoah. Alle wollen ihren Beitrag dazu leisten, das Bewusstsein für das Thema Reanimation zu schärfen. "Wiederbelebung ist ein enorm wichtiges Thema, das allerdings viele verdrängen. Dabei entscheiden die richtigen Schritte oft über Leben und Tod – das muss ins Bewusstsein möglichst vieler Menschen getragen werden“, erklärte Maria Höfl-Riesch.

Eckart von Hirschhausen erzählte, dass in seinem Fernseh-Quiz bereits mehrere Menschen durch Herzdruckmassage das Leben gerettet werden musste. „Deshalb bin ich mit Herz und Hand dabei!", so der Arzt und Moderator.

 

So geht die Reanimation

In Frankreich werden schon Schulkinder mit Reanimation vertraut gemacht. Darum erhalten mit dem Start des Schuljahres 2016/2017 alle Schüler ab 14 Jahren mindestens zwei Stunden Unterricht zum Umgang mit Blutungen, Knochenbrüchen, tiefen Wunden, Verbrennungen, Bewusstlosigkeit und Herzstillstand.

Nach den Vorstellungen des „Nationalen Aktionsbündnisses Wiederbelebung“ soll bis zum Jahr 2020 jeder zweite Laie in der Lage sein, eine Reanimation durchzuführen. Wie kinderleicht die ist, erklärt Prof. Dr. Bernd Böttiger, Vorsitzender des Vorstandes des Deutschen Rats für Wiederbelebung: "In der Mitte des Brustkorbs zwischen den Brustwarzen 5 bis maximal 6 Zentimeter tief drücken. Am besten im Rhythmus der Bee Gees: ‚Staying Alive.‘ Das ist sehr viel effektiver als jede ärztliche Maßnahme. Und wenn Sie Glück haben, hilft die Leitstelle mit einer Telefonreanimation.“

Foto: © pixelaway - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Erste Hilfe , Notfallmedizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Wiederbelebung

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Manche Experten erwarten, dass vom Klimawandel eine noch größere Gefahr für die Gesundheit der Weltbevölkerung ausgehen könnte als von der Corona-Pandemie. Obwohl der Klimawandel seine Dramatik noch längst nicht voll entfaltet hat, sind seine Auswirkungen bereits messbar. Eine aktuelle Studie zeigt: Schon jetzt ist jeder Vierte über 65 bei Sommerhitze krankenhausreif – Tendenz steigend.


Ältere Menschen scheint die Covid-Impfung nicht vollständig vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Das zeigen wiederholte Ausbrüche in Pflegeheimen. Wissenschaftler der Charité haben nun einen Ausbruch näher untersucht – und kommen zu interessanten Ergebnissen.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin