. Krebsvorstufe

Aktinische Keratose: Klinisches Bild täuscht häufig

Da aktinische Keratosen recht häufig vorkommen, werden sie nicht immer histologisch untersucht, sondern oft nur nach ihrem klinischen Bild beurteilt. Das kann jedoch täuschen, wie eine aktuelle Untersuchung nun zeigt.
Aktinische Keratose in Klinik und Histologie

Aktinische Keratosen entstehen vor allem an Körperstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind

Als aktinische Keratosen werden bestimmte Hautveränderungen verstanden, die in der Regel eine Frühform von Hautkrebs, dem Plattenepithelkarzinom, darstellen. Da diese Veränderungen sehr häufig in dermatologischen Praxen vorkommen, wird die Diagnose meist nur klinisch gestellt, ohne dass eine Biopsie vorgenommen wird. Doch eine aktuelle Studie von Forschern um Dr. Lutz Schmitz von der Ruhr-Universität Bochum hat nun gezeigt, dass klinisches Bild und Histologie häufig nicht übereinstimmen.

Grad der aktinischen Keratosen häufig zu niedrig eingestuft

Für ihre Analyse untersuchten die Forscher die Läsionen von 892 Patienten zunächst klinisch und unterzogen sie danach einer histologischen Begutachtung. Dabei zeigte sich, dass klinischer und histologischer Grad in 53,8 Prozent der Fälle übereinstimmten, während es bei 46,2 Prozent Differenzen in der Beurteilung gab. In den meisten der unterschiedlich beurteilten Fälle, nämlich bei 62,4 Prozent von ihnen, wurde die Läsion nach der klinischen Begutachtung zu niedrig eingestuft, bei 37,6 Prozent zu hoch. Somit besteht offenbar häufig das Risiko, dass aktinische Keratosen ohne eine Biopsie harmloser eingeschätzt werden als sie sind.

„Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass es nicht möglich ist, von der klinischen Klassifikation auf die zugrundeliegende Histologie zu schließen“, kommentieren die Forscher ihre Ergebnisse. Da die Histologie nicht verlässlich einzuschätzen sei, könne man auch nicht vorhersagen, welche Läsionen schließlich zu einem invasiven Plattenepithelkarzinom mit Metastasierungspotenzial fortschreiten. Es seien daher alle Läsionen ausnahmslos wie eine Feldkanzerisierung zu behandeln.

UV-Strahlung begünstigt aktinische Keratosen

Aktinische Keratosen zeichnen sich durch rötliche, manchmal auch hautfarbene, fest haftende Rauheiten der Hautoberfläche aus. Bis zu 26 Prozent aller Menschen entwickeln solche Hautveränderungen. Sie entstehen vor allem an Körperstellen, die häufig der UV-Strahlung ausgesetzt sind. Betroffen sind meist hellhäutige Menschen ab dem 50. Lebensjahr, Männer etwas häufiger als Frauen. Aktinische Keratosen können chirurgisch entfernt oder einer chemischen oder physikalischen Behandlung unterzogen werden. In den meisten Fällen haben aktinische Keratosen einen günstigen Verlauf.

Foto: © Hanker - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Dermatologie , Krebs , Hautkrebs

Weitere Nachrichten zum Thema Hautkrebs

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.