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15.05.2017

AIDS-Hilfe will Aids ab dem Jahr 2020 „beenden“

Ab dem Jahr 2020 soll in Deutschland niemand mehr an Aids erkranken. Dieses ambitionierte Ziel will die Deutsche AIDS-Hilfe mit einer neuen Kampagne erreichen. Diesmal geht es allerdings nicht um Safer Sex.
Ende von Aids ist nicht gleich Ende von HIV: Neue Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe ruft zum HIV-Test auf

Ende von Aids ist nicht gleich Ende von HIV: Neue Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe ruft zum HIV-Test auf

Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) hält ein Ende von Aids für machbar. Nun hat sich die Organisation ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Schon ab dem Jahr 2020 soll in Deutschland niemand mehr an Aids erkranken müssen. Eine entsprechende Kampagne unter dem Motto „Kein AIDS für alle!“ wurde am Freitag in Berlin vorgestellt. Schwerpunkt der Kampagne ist, Menschen zum HIV-Test zu motivieren und den Zugang zu HIV-Medikamenten zu erleichtern.

„Dass Menschen eine potenziell tödliche Krankheit bekommen, die sich längst vermeiden lässt, dürfen wir nicht hinnehmen“, betonte DAH-Vorstandsmitglied Manuel Izdebski mit Blick auf die jährlich rund 1.000 Neuerkrankungen in Deutschland (nicht zu verwechseln mit neuen HIV-Diagnosen). Aids bricht demnach in den meisten Fällen bei denen aus, die nichts von ihrer Krankheit wissen. Nach Schätzungen der Aids-Hilfe leben rund 13.000 Menschen unwissentlich mit HIV im Land. „Mit vereinten Kräften möchten wir in Deutschland die Bedingungen schaffen, dass alle Menschen mit HIV frühzeitig von ihrer Infektion erfahren und eine Therapie erhalten“, so Izdebski. Die Medikamente verhinderten dann auch die Weitergabe von HIV.

Schneller als die UN

Mit ihren Forderungen will die AIDS-Hilfe das Ende von Aids beschleunigen. Die Vereinten Nationen (UN) streben dagegen an, dass die Aids-Epidemie erst bis 2030 beendet werden soll. Aus Sicht der Deutschen Aids-Hilfe kann dieses Ziel in Deutschland deutlich früher erreicht werden, weil es hierzulande ein leistungsfähiges Gesundheitssystem gibt und die Zahlen der HIV-Infektionen im internationalen Vergleich gering sind. „Wir wissen, dass Deutschland als gutes Beispiel vorangehen kann“, betonte UNAIDS-Direktor Michel Sidibé in seiner Videobotschaft. Es sei der richtige Weg, Menschen zum HIV-Test zu motivieren, zu viele würden ihren HIV-Status nicht kennen.

 

Medikamente sollen’s richten

Aids zu beenden ist ein historisches Ziel. Im Gegensatz zu früher appelliert man aber nicht mehr an „Safer Sex“ mit Kondomen, sondern setzt auf Früherkennung und Medikamente. Kritiker sehen darin die Gefahr, dass sich zu viele auf die schützende Wirkung der HIV-Medikamenten verlassen könnten.

Vor einem Jahr hatte die Facebook-Aktion „Wir machen’s ohne – Safer Sex durch HIV-Therapie“ für Empörung gesorgt. Während etliche Organisationen und Politiker vor einer trügerischen Sorglosigkeit warnten, begrüßte die Deutsche Aids-Hilfe die Aktion. Sex ohne Kondom könne durchaus Safer Sex sein, nämlich dann wenn ein HIV-Positiver HIV nicht weitergeben könne, hieß es damals. Mit der neu gestartete Kampagne bläßt die Organisation ins gleiche Horn.

Neue HIV-Therapien können zwar derart die Viruslast verringern, so dass das Virus nicht mehr im Blut nachweisbar ist. Das Tückische von HIV ist aber, dass sich die Viren im Körper verstecken. Ein Restrisiko, andere anzustecken, ist Experten zufolge nie hundertprozentig ausgeschlossen.

Foto: © tashatuvango - Fotolia.com

 

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