. Welt-Aids-Tag 2013

AIDS: Bessere Therapie, mehr Hilfesuchende

AIDS ist dank besserer Therapien mittlerweile zu einer chronischen Erkrankung geworden. Da staatliche Hilfen aber immer knapper werden, fehlt es vielen Betroffenen am Nötigsten.
Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag

Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag

Eigentlich sind die Zahlen, die die Deutsche AIDS-Stiftung zum Welt-AIDS-Tag vorlegt erfreulich: Die Lebenserwartung von Menschen mit HIV und AIDS hat sich seit 1996 deutlich verbessert, schreibt die Deutsche AIDS-Stiftung in ihrem Bericht. Doch offenbar haben sich die Kürzungen staatlicher und gesetzlicher Leistungen negativ auf die soziale Lage von Menschen mit HIV und AIDS ausgewirkt: Die Anzahl der Hilfesuchenden sei seit 2004 in beträchtlichem Maße angestiegen, teilt die Deutsche AIDS-Stiftung mit. Immer öfter mussten Betroffene bei der Stiftung Dinge der existenziellen Grundsicherung beantragen, etwa Bekleidung, Schlafmöbel, Haushaltsgeräte, Brillen oder Hörgeräte – rund 25 Prozent mehr Menschen als noch in 2004. Machten diese Antragsgegenstände 2004 noch 7,6 Prozent der Gesamtbewilligungen aus, waren es 32,2 Prozent im Jahr 2012

Hilfesuchende HIV-positive und AIDS-Patienten werden immer älter

Seit 25 Jahren dokumentiert die Stiftung Daten zur sozialen Lage von Menschen mit HIV und AIDS in Deutschland. „Die Deutsch AIDS-Stiftung musste in den vergangenen Jahren immer häufiger dort einspringen, worum sich zuvor der Sozialstaat in der Pflicht sah“, so Volker Merten, Sprecher der Stiftung anlässlich des Welt-AIDS-Tags 2013. Die Deutsche AIDS-Stiftung hilft HIV-positiven und an AIDS erkrankten Personen mit geringem Einkommen in Notlagen, 40 Prozent haben einen Migrationshintergrund.

Darüber hinaus zeigt der Bericht der Stiftung einen weiteren Trend: Das Alter der Hilfesuchenden ist gestiegen. 1993 lag der Anteil der über 50-Jährigen nur bei einem Prozent, 2012 war fast jeder vierte Antragssteller älter als 50 Jahre. Dementsprechend hat sich der Anteil der 30 bis 39-jährigen Hilfesuchenden im selben Zeitraum nahezu halbiert.

AIDS ist heute eine chronische Erkrankung

Dass die Hilfesuchenden immer älter werden, mag auch an den gestiegenen Überlebenschancen liegen. HIV ist heute eine behandelbare Infektion, mit der Betroffene wie mit einer chronischen Erkrankung relativ lange leben können. „Durch die Verbesserung der medizinischen Versorgung HIV-infizierter Menschen und insbesondere durch die Einführung der antiretroviralen Therapie (HAART) im Jahr 1996 hat sich die Lebenserwartung von Menschen mit HIV und AIDS radikal verbessert“, sagt Mertens.

Erst vor wenigen Wochen meldete das Robert Koch-Institut, dass noch nie so viele Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland lebten wie heute: Das Institut geht aktuell von 78.000 infizierten Menschen aus. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist mit rund 3400 Fällen pro Jahr auf einem unverändert hohen Niveau.

Foto: © nothingbutpixel - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: AIDS , HIV

Weitere Nachrichten zum Thema HIV

| HIV ist heute gut behandelbar. Doch knapp 13.000 Menschen in Deutschland wissen nichts von ihrer Infektion. Die Deutsche Aids-Hilfe will darum (Haus-) Ärzte stärker mit ins Boot nehmen und gibt ihnen hilfreiche Tipps.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Lärm wird immer mehr als Gesundheitsgefahr wahrgenommen. Dennoch kommt der Lärmschutz – auch in Betrieben – offenbar häufig noch zu kurz. Der Tag gegen den Lärm will auf diesen Umstand aufmerksam machen und die Bevölkerung über Lärmschutzmaßnahmen aufklären.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Maritim proArte Hotel Berlin, Friedrichstraße 150-153, 10117 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.