. Welt-Alzheimer-Tag

Agenda für Demenzkranke schnell umsetzen

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft fordert eine zügige Umsetzung der Agenda „Gemeinsam für Menschen mit Demenz“, die von den Partnern der „Allianz für Menschen mit Demenz“ am Wochenanfang in Berlin unterzeichnet wurde.
Agenda für Demenzkranke gestartet

Demenzkranke einbeziehen - das fordert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft

„Wir begrüßen die Unterzeichnung der Agenda in der Hoffnung, dass es damit gelingt, die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Familien in Deutschland entscheidend zu verbessern“, sagte Heike von Lützau-Hohlbein, erste Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG).

Die Agenda wurde in den letzten zwei Jahren, seit Gründung der Allianz, unter dem Vorsitz des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesfamilienministeriums und dem Ko-Vorsitz der DAlzG erarbeitet. Insgesamt sind 24 Gestaltungspartner beteiligt, darunter auch die kommunalen Spitzenverbände, die relevanten Spitzenverbände aus dem Bereich Pflege und Gesundheit, Wissenschaft und Zivilgesellschaft und die Länder.

Nationale Demenzstrategie gestartet

Die Unterzeichnung der Agenda soll den Grundstein für eine nationale Demenzstrategie legen. Ziel ist es unter anderem, dass Demenzkranke so lange wie möglich am sozialen Leben teilnehmen und im vertrauten Umfeld leben können. Ein erster Fortschrittsbericht ist für das Frühjahr 2016 geplant.

„Demenz ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung“, so von Lützau-Hohlbein. Daher sei es besonders wichtig, dass an der Allianz Partner aus den relevanten Bereichen beteiligt sind. Die Aufgabe der DAlzG sieht sie vor allem darin, dafür zu sorgen, dass Menschen mit Demenz einbezogen werden in die Entscheidungen, die sie betreffen dass Familien angemessen unterstützt werden.

Bereits heute leben in Deutschland rund 1,5 Millionen Demenzkranke. Etwa 60 Prozent von ihnen leiden an Alzheimer. Jedes Jahr erkranken rund 300.000 Menschen neu an einer Demenz.

„Gerade am Welt-Alzheimertag sollten wir alle uns das Ziel setzen, diesen Menschen mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Alltag zu ermöglichen. Das schafft soziale Kontinuität, Unterstützung und damit ein gutes Stück mehr Lebensqualität für Betroffene und ihre Familien“, so der Appell des Patientenbeauftragten der Bundesregierung Karl-Josef Laumann (CDU). Jeder könne dazu beitragen.

Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff kommt 2017

Laumann plädierte auch für eine Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements: „Ehrenamtliche Helfer können die Betroffenen und ihre Familien spürbar entlasten“, so der Patientenbeauftragte. Er forderte aber, dass die Ehrenamtler über die Krankheit Demenz und den Umgang mit Demenzkranken geschult werden.

Laumann verwies auf die Maßnahmen der Bundesregierung zum Umgang mit Demenzkranken, unter anderem auf die Agenda und die Pflegereform zum Jahreswechsel. Er kündigte zudem an, dass der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff zum 1. Januar 2017 eingeführt werde. „Demenzerkrankte werden dann vollumfänglich in die Systematik der Pflegeversicherung aufgenommen“, so Laumann.

 

Foto: Ocskay Bence - fotolia

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demenz , Alzheimer , Bundesgesundheitsministerium , Pflegeversicherung

Weitere Nachrichten zum Thema Demenz

| Demenzkranke bekommen künftig die gleichen Leistungen von ihrer Pflegeversicherung wie Pflegebedürftige mit körperlichen Gebrechen. Das sieht das am Freitag vom Bundestag beschlossene Pflegestärkungsgesetz vor. Am 1. Januar tritt es in Kraft.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Der Nutzen von Alzheimer-Tests wurde offenbar nie in Studien untersucht. Das geht aus einer Überprüfung des Igel-Monitors hervor. Ob die Früherkennung tatsächlich so sinnlos ist, wie es der Monitor jetzt darstellt, ist aber keinesfalls ausgemacht.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

Vivantes Klinikum Spandau, Neue Bergstraße 6, 13585 Berlin
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.