. Operations-Trainings

Ärzte trainieren für den Notfall

An einer 300 000 Euro teuren Puppe können Ärzte und Medizinstudenten in Berlin künftig kritische Situationen realitätsnah simulieren, beispielweise einen Herzstillstand während der Operation. Der neue Simulations-OP wurde am 22. November an der Charité Campus Virchow Klinikum eröffnet und ist für die kommenden Monate bereits ausgebucht.
Ärzte trainieren für den Notfall

Simulierter Notfall (Foto: Charité)

 

Piloten trainieren ihr Berufsleben lang im Flugsimulator den Katastrophenfall. Auch die Medizin nutzt jetzt die Chancen der Simulation: Im Simulations-OP der Charité wird der Ernstfall geprobt: Mitten in einer Operation tritt ein Herzstillstand ein oder es kommt zu einer starken Blutung. Dann muss jeder Handgriff sitzen, Entscheidungen fallen in Sekunden. Ärzte und Studenten trainieren solche Situationen an einem einer Puppe im Wert von 300.000 Euro. Mit Hilfe dieses Simulators lassen sich hunderte Krankheitszustände und körperliche Reaktionen nachstellen. Das medizinische Team sieht abnormale Werte auf ihren Monitoren aufleuchten und muss schnell handeln. "Es ist für die Patientensicherheit essentiell, dass Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden wie die Besatzung eines Cockpits", erklärt Prof. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. "Die Simulation bietet die Chance, ohne Patientengefährdung die notwendige Präzision zu erreichen."

Aber auch alltägliche Situationen werden im neuen Saal geübt: Ärztinnen und Ärzte trainieren dort etwa die Änästhesie bei Kindern oder die Behandlung der lebensbedrohlichen Sepsis. Auch in der Ausbildung an der Charité hat der Saal seinen festen Platz: Berlin setzt als erste Universitätsklink Deutschlands auf die Simulation als eigenständiges Ausbildungsformat. Bislang hat sie das mit Schauspielern getan, die in die Rolle der Patienten geschlüpft sind. "Wir haben Ende der 90er Jahre begonnen, diese Unterrichtsform zu entwickeln. Seither wurden schon viele Studierende an einem Vorläufer unseres heutigen Simulators trainiert«, berichtet die Prodekanin für Studium und Lehre, Prof. Claudia Spies. "Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, ob man etwa den Herzstillstand in Lehrbüchern zur Kenntnis nimmt oder in der Realität erlebt."

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Charité

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Keine Altersgruppe wächst so schnell wie die der Hochbetagten. Viele, die auf die 100-Jahre-Marke zusteuern, verfügen über eigene Ideen und Strategien für ein gutes Altern. Die Wissenschaft, kritisiert jetzt eine der wenigen Altersforscherinnen, habe dies bisher aber so gut wie übersehen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH, Reinickendorfer Straße 61, 13347 Berlin

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.