. Unfallchirurgie

Ärzte rekonstruieren brandverletzte Füße von afghanischem Mädchen

Ein elfjähriges Mädchen aus Afghanistan mit schwersten Brandverletzungen an beiden Füßen wird wohl bald wieder laufen können. Ärzte aus Bochum haben bereits einen Fuß erfolgreich rekonstruiert - und bescheinigen eine gute Prognose.
Bonner Ärzte geben der Elfjährigen aus Afghanistan ihre Mobilität zurück

Bonner Ärzte geben der Elfjährigen aus Afghanistan ihre Mobilität zurück

Dank der Hilfsorganisation „Friedensdorf International“ und dem Einsatz von Bochumer Ärzten erhält ein gehbehindertes Mädchen aus Afghanistan ihre Mobilität zurück. Friedensdorf International hatte die Elfjährige zur medizinischen Behandlung nach Deutschland geholt, wo sie nun von Ärzten des berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil in Bochum aufwändig versorgt wird. Aufgrund von Verbrennungen hatte das Mädchen schon als Kleinkind schwerste Verstümmelungen an beiden Füßen erlitten. In mehreren aufwändigen Operationen einschließlich Gewebsverpflanzungen haben die Ärzte den linken Fuß inzwischen vollständig rekonstruiert.

Weitere Operationen am rechten Fuß folgen

„Die bisherigen Maßnahmen verliefen erfolgreich und geben Anlass zu einer positiven Prognose“, erläutert der behandelnde Chirurg Prof. Marcus Lehnhardt. Wenn der erste Fuß komplett verheilt ist, wollen die Ärzte den zweiten verstümmelten Fuß operieren. Nach Abschluss der Behandlung werde das Mädchen mit speziellen, eigens angepassten Schuhen in der Lage sein, weitgehend normal gehen und laufen zu können, teilte Lehnhardt mit.

Eine Vergütung erhält das Klinikum nicht. „Weil wir gut und solide wirtschaften, haben wir glücklicherweise den Spielraum, der jungen Afghanin eine solche aufwändige Behandlung zu ermöglichen“, sagte Johannes Schmitz, Geschäftsführer des Bergmannsheils. Man freue sich uns, dem Mädchen helfen zu können, „damit es eine neue Lebensperspektive erhält“, so Schmitz.  

Rückkehr nach Afghanistan im nächsten Jahr

Nach der Entlassung wird das Mädchen noch eine Weile im Friedensdorf in Oberhausen betreut. Dort leben derzeit etwa 150 Kinder aus verschiedenen Ländern. In der Heimeinrichtung werden die Kinder verpflegt, im angeschlossenen Reha-Zentrum behandelt und können an verschiedenen Angeboten im Lernhaus teilnehmen. Wenn alles gut geht, wir das Mädchen Anfang nächsten Jahres in ihre Heimat zurückkehren können. Dann wird sie auch ihre Familie wiedersehen.

Die Hilfsorganisation Friedensdorf International holt seit fast 50 Jahren verletzte und kranke Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Versorgung nach Europa. Hier erfahren sie eine Behandlung, die in ihren Heimatländern nicht möglich gewesen wäre.

Foto: Volker Daum/Bergmannsheil Prof. Dr. Marcus Lehnhardt, Svenja Lücke (stellv. Stationsleitung), die Patientin nach erfolgreicher Operation des linken Fußes und Geschäftsführer Johannes Schmitz

Hauptkategorie: Medizin
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