. Vitaminmangel

Ärzte raten zu erhöhter Vitamin-D-Zufuhr

Deutschland ist unterversorgt - zumindest was den Vitamin-D-Bedarf angeht. 60 Prozent der deutschen Bevölkerung weist nach internationalen Kriterien eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D auf.
Vitamin-D-Zufuhr

CFalk/pixelio.de

Vitamin D gilt bei vielen Ärzten als eine Art Wundermittel. Es hilft gegen Knochenschwund, sorgt für gesunde Zähne, kann Erkältungen vorbeugen und den Blutdruck senken. Zudem scheint es auch bei Autoimmunerkrankungen und Depressionen von Nutzen zu sein. Doch in Deutschland sind viele Menschen nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. Dies hat eine Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei der Sichtung aller Studien der vergangenen Jahre herausgefunden.

Mangel an Vitamin D

Vitamin D wird nur zu einem geringen Teil über Nahrungsmittel aufgenommen und zum grössten Teil durch Sonneneinstrahlung gebildet. In sonnenarmen Ländern wie Deutschland kommt es daher leicht zu Mangelerscheinungen, und die moderne Arbeitswelt, bei der sich die Menschen meistens in geschlossenen Räumen aufhalten, begünstigt dies noch.

Schon seit vielen Jahren wird Säuglingen Vitamin D verschrieben, um den Knochenaufbau zu unterstützen und Rachitis vorzubeugen. Ebenfalls bekannt ist, dass Vitamin D ältere Menschen vor Knochenbrüchen schützen und ihre Sturzrate reduzieren kann. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass für eine ausreichende Prophylaxe eine höhere Dosis notwendig ist als bisher vermutet. So wird heute für ältere Menschen eine tägliche Zufuhr von 800 bis 2000 IE Vitamin D empfohlen statt wie bisher 400 bis 1200 IE.

Vitamin-D und Depressionen

Neue Studien zeigen auch, dass ein Vitamin-D-Mangel Depressionen begünstigen kann. Die Ergebnisse eines amerikanischen Forscherteams weisen darauf hin, dass ein Mangel zwar nicht der Auslöser für Depressionen sein kann, doch Menschen, die bereits anfällig für psychische Erkrankungen sind, scheinen häufiger tatsächlich an einer Depression zu erkranken, wenn sie nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt sind.

Vitamin-D bei Multipler Sklerose

Eine weitere Wirkung wird dem Vitamin D bei Multipler Sklerose (MS) zugeschrieben. Hinweise auf eine Schutzwirkung von Vitamin D bei MS gibt es schon lange. So ist bekannt, dass die Krankheit in Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung deutlich seltener auftritt als in sonnenarmen Ländern. Auch weisen MS-Patienten niedrigere Vitamin-D-Werte auf als Gesunde. In einer Studie kanadischer Forscher wurde nun zum ersten Mal gezeigt, dass sehr hohe Dosen Vitamin D (bis zu 14.000 IE pro Tag) die Schubrate bei MS tatsächlich senken und die Progression der Behinderungen bremsen kann. Die Studie war allerdings noch zu klein, um ein wirklich signifikantes Ergebnis zu liefern. Immerhin konnte gezeigt werden, dass auch extrem hohe Dosen Vitamin D ohne schwerwiegende Nebenwirkungen vertragen wurden.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Vitaminmangel , Ernährung , Multiple Sklerose , Depression

Weitere Nachrichten zum Thema Vitamin-D

| Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) überprüfte anhand von Blut- und Urinproben die Versorgung der Deutschen mit Vitamin D, Folat, Natrium, Kalium und Jod. Ergebnis: Deutschen mangelt es an Vitamin D.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für Parodontitis. Wie groß der Einfluss wirklich ist und wie viele Parodontitisfälle auf den Tabakkonsum zurückzuführen sind, haben nun Zahnmediziner der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel berechnet.
Der Konsum von Computer, Smartphone und Co. könnte bei Kleinkindern zu Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit führen. Das haben Wissenschaftler der Universität Leipzig herausgefunden. Sie warnen vor einem regelmäßigen Gebrauch elektronischer Medien durch kleine Kinder.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.