Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
05.04.2021

Ärzte mahnen: Trotz Corona Hautkrebsfrüherkennung wahrnehmen!

Viele Menschen sagen aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ihre Arzttermine ab. Das gilt auch für wichtige Früherkennungsuntersuchungen wie beispielsweise die für Hautkrebs. Dermatologen warnen nun, dass viele Melanome dadurch später entdeckt werden.
Hautkrebs

Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung werden während der Corona-Pandemie seltener wahrgenommen. Das kann fatale Folgen haben, wie Experten betonen.

„Patientinnen und Patienten mit Hautveränderungen haben in der Zeit des ersten Lockdowns die Praxen und Kliniken gemieden und dadurch die Anzahl der Hautkrebsdiagnosen gedrückt“, sagt Professor Dr. med. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hautklinik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Past-Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). Die Folgen vor allem für Hautkrebspatienten können dramatisch sein, wenn die Diagnose verspätet gestellt wird.

Verspätete Hautkrebsfrüherkennung führt zu größeren Tumoren

Zahlreiche Studien beschreiben diese Entwicklung und ihre Auswirkung. Sie zeigen auch, dass das „Warteverhalten“ zu einem Anstieg der Tumordicken geführt habe, betont Enk. Während vor dem Lockdown die durchschnittliche Tumordicke 0,88 mm betrug, sank sie unter dem Lockdown auf 0,66 mm ab und stieg nach dem Lockdown auf 1,96 mm an. Die Konsequenz daraus sei, dass sich die Prognose der an Hautkrebs Erkrankten erheblich verschlechtere, so die DDG.

Die Gründe für das Absagen oder Aufschieben von Arztterminen liegen in der großen Verunsicherung der Bevölkerung. Viele Menschen haben Angst, sich bei einem Besuch in der Praxis mit dem Coronavirus anzustecken. Jetzt sei die Situation anders, erklärt Enk: Hygienekonzepte, medizinische Masken, Abstandsregeln und die steigende Zahl der gegen SARS-CoV-2-Geimpften machen den Arzttermin mit geringem Ansteckungsrisiko möglich, so der Heidelberger Dermatologe.

 

Experten plädieren für verstärkten Einsatz von Telemedizin

„Als Fachgesellschaft appellieren wir eindringlich an die Bevölkerung, bei Hautveränderungen nicht zu warten, sondern sich umgehend untersuchen zu lassen. Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung, aber auch Nachsorge sollten unbedingt wahrgenommen werden“, sagt Professor Dr. med. Peter Elsner, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena. Die DDG unterstützt außerdem ausdrücklich die Richtlinien der European Society for Medical Oncology (ESMO), die unter anderem den verstärkten Einsatz von Telemedizin bei Verdachtsdiagnosen eines Hautkrebses empfehlen.

Auf einer Pressekonferenz am 14. April 2021 zum Auftakt der 51. virtuellen DDG-Tagung werden Experten anhand aktueller Studien erläutern, welche Auswirkungen die Pandemie auf  die Versorgung von Hautkrebspatienten hat.

Foto: AdobeStock/Ocskay Mark

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Hautkrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hautkrebs

18.06.2020

UV-Strahlung ist einer der Hauptrisikofaktoren für schwarzen Hautkrebs. Wenn im Sommer die Tage lang sind und die Sonne intensiv scheint, ist Hautkrebsvorbeugung deshalb besonders wichtig. Was aber oft vergessen wird: Sonne ist nicht nur am Strand – Sonne ist überall.

30.05.2019

Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland - die Fallzahlen steigen. Von 2009 bis 2015 nahmen der helle Hautkrebs um über 50 Prozent und der schwarze Hautkrebs um mehr als 30 Prozent zu.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Im ersten Lockdown dieser Pandemie ging die Zahl der Schlaganfälle um 17 Prozent zurück. Experten sind überzeugt: Die Symptome wurden bloß nicht ernst genommen. Und das sei fatal.

Antibiotika sind die Standardtherapie bei bakteriellen Infektionen und retten jedes Jahr Millionen von Leben. Aber sie greifen auch die hochkomplexe Darmflora an und damit das Immunsystem. Und: Sie können sogar ihrerseits Krankheiten auslösen. Forscher haben jetzt 1.200 Medikamente daraufhin getestet, ob sie sich hier – parallel verabreicht – als „Gegenmittel“ eignen.

In Israel gelten nur noch Personen mit dritter Impfung als vollständig geimpft. Und tatsächlich sinken die Fallzahlen im Land. Das Vorgehen ist jedoch wissenschaftlich umstritten.
 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin