Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Ärzte können Lebermetastasen von innen bestrahlen

Bei inoperablem Leberkrebs oder Lebermetasen können Ärzte den Tumor von innen bestrahlen. Die Selektive interne Strahlentherapie (SIRT) bzw. Radioembolisation verspricht zwar keine Heilung, aber verlängert die Lebenserwartung und verbessert die Lebensqualität.
Radioembolisation, Lebermetastasen

Krebstherapie bei inoperablen Tumoren: Mit einer Radioembolisation können Lebermetastasen reduziert werden

Leberkrebs wird in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt. In rund drei Viertel der Fälle kann der Tumor dann nicht mehr vollständig operativ entfernt werden. Auch Lebermetastasen, die beispielsweise bei Darmkrebs oder Brustkrebs gestreut werden, sind oft inoperabel. Doch wenn es der Gesundheitszustand zulässt, haben Patienten eine Alternative zur Operation: Mit der Selektiven interne Strahlentherapie (SIRT) – auch Radioembolisation genannt – können die Lebermetastasen reduziert bzw. der Tumor verkleinert werden - durch eine Bestrahlung von innen. Nur wenige Zentren in Deutschland bieten diese spezielle Form der Strahlentherapie an. Die Charité ist darunter und neuerdings auch das Asklepios Tumorzentrum Hamburg.

Lebermetastasen werden verkleinert

„Durch die Radioembolisation wird der Tumor verkleinert und bei günstigem Verlauf die Lebenserwartung der betroffenen Patienten erhöht“, sagt Prof. Dr. Walter Gross-Fengels, Chefarzt der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Asklepios Klinikum Harburg (hamburg). „Auch, wenn eine Heilung nicht möglich ist, können wir die Lebensqualität unserer Patienten mit dem neuen Angebot verbessern, wobei eine Kombination mit anderen Verfahren, wie einer Chemotherapie gut möglich ist.“

 

So funktioniert die  SIRT

Über einen Mikro-Katheter, der über die Leiste des Patienten eingeführt wird, werden kleinste radioaktive Kügelchen von einem Zehntel Millimeter Durchmesser direkt in die Leberarterie eingebracht. Durch diese Vorgehensweise kann abgegrenzt eine sehr hohe lokale Strahlungsaktivität unter bestmöglicher Aussparung von gesundem Gewebe erreicht werden. Der Strahlungskreis der Partikel, deren Aktivität innerhalb weniger Tage vollständig abklingt, misst nur wenige Millimeter. Somit dringt auch keine wesentliche Strahlung nach außen. Für die Durchführung des anderthalbstündigen Eingriffs ist ein Team aus mehreren Spezialisten notwendig: Neben einem Interventionellen Radiologen sind ein Nuklearmediziner, ein Medizinphysiker, sowie Medizinisch-Technische Assistenten an dem Eingriff beteiligt. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen im Umgang mit Radio-Isotopen ist eine spezielle Zulassung der Gesundheitsbehörde Voraussetzung. Die Behandlung erfolgt in zwei separaten Schritten im Abstand von vier bis sechs Wochen. Der Erfolg der Behandlung wird per MRT kontrolliert. Meist zeigt sich eine deutlich rückläufige Lebermetastasierung.

Chance auf Heilung?

Im besten Fall werden die Metastasen so weit verkleinert, dass doch noch eine Operation möglich ist. Dann verbessern sich die Überlebenschancen noch einmal deutlich. Ansonsten gilt die Radioembolisation oder SIRT als palliatives Therapieverfahren, das darauf abzielt, das Überleben der  Patienten zu verlängern und ihre Beschwerden oder Symptome zu lindern.

Foto: © Crystal light - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Leberkrebs , Metastasen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lebermetastasen / Leberkrebs

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Wer spät am Abend viel und Schweres isst, schläft schlecht – und umgekehrt. Das ist bekannt. Eine Studie aus den USA an über 400 Frauen zeigt jetzt: Nicht nur der Zeitpunkt des Essens ist entscheidend, sondern auch die grundsätzliche Auswahl. Wer sich also konsequent gesund ernährt, kann dauerhaft leichter ein- und besser durchschlafen.


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin