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Ärzte altern im ersten Berufsjahr um sechs Jahre

Ärzte altern in ihrem ersten Berufsjahr um sechs Jahre. Das zeigt zumindest eine US-Studie. Vor allem die langen Arbeitszeiten beschleunigten den Abbauprozess, der sich an der Länge der Telomere ablesen ließ.
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Der Krankenhausalltag bedeutet für viele Ärzte Stress

Ärzte altern in ihrem ersten Berufsjahr um sechs Jahre. Das zeigt eine US-Studie. Vor allem die langen Arbeitszeiten waren für den beschleunigten Abbauprozess verantwortlich

An der Untersuchung nahmen 250 Ärzte teil, die an 55 US-Universitäts-Kliniken ihr erstes Berufsjahr absolvierten. Sie hatten sich freiwillig für die Teilnahme an der Intern Health Study der University of Michigan (UM) gemeldet. Die Wissenschaftler untersuchten deren Telomere vor und nach dem Ende des ersten Arbeitsjahres.

Telomer-Länge ist Biomarker für Krankheitsrisiken

Die Telomere halten die Enden der Chromosomen intakt - so wie das gehärtete Ende von Schnürsenkeln - und schützen so die DNA bei Zellteilungsvorgängen. Im Laufe des Lebens nutzen sie sich ab und werden immer kürzer.

Dass Stress ungünstige Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden hat, ist bekannt. Diese Arbeit zeigt, dass diese pathologischen Auswirkungen bis auf die biologische Ebene reichen.

 

Je mehr Arbeitsstunden desto kürzer die Telomere

Die Telomerlänge gilt mittlerweile als anerkannter Biomarker für Alterungs- und Krankheitsrisiken. Sie verkürzte sich im Verlauf signifikant von 6465,1 Basenpaaren vor dem praktischen Jahr auf 6321,5 Basenpaare nach dem ersten Jahr. Ein Faktor hing eindeutig mit der Telomerschrumpfung zusammen: die langen Arbeitszeiten.

Im Schnitt arbeiteten die Ärzte 64,5 Stunden pro Woche. Einige kamen aber auch auf mehr als 80 Stunden pro Woche. "Diejenigen, die routinemäßig so viele Stunden arbeiteten, hatten die meisten Abnutzungserscheinungen", sagt Studienleiter Dr. Srijan Sen, Neurowissenschaftler und Psychiater an der UM, in einer Mitteilung der Universität.

Ärzte altern im ersten Berufsjahr um sechs Jahre

Im Gegensatz dazu wies die Vergleichsgruppe von 84 UM-Studenten im ersten Studienjahr keine Telomerschrumpfung auf. Diese Studenten nahmen an einer Studie teil, die von Sens Kollegin Dr. Huda Akil geleitet wurde. Ärzte altern im ersten Berufsjahr um sechs Jahre - folglich seien Reformen bei der Ausbildung und der Arbeitszeit notwendig, um ihre Gesundheit zu schützen, so Studienautorin Dr. Kathryn Ridout.

Die Untersuchung habe aber auch Auswirkungen auf andere Berufe und Lebenssituationen, in denen Menschen besonderem Langzeitstress ausgesetzt sind, wie zum Beispiel bei der militärischen Ausbildung, dem Studienabschluss in Jura, der Arbeit für Start-up-Unternehmen oder den ersten Monaten der Elternschaft, meinen die Forscher. Ihre Telomer-Studie wurde in der Fachzeitschrift Biological Psychiatry veröffentlicht.

Foto: rido/fotolia.com

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