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Adipositas-Operation vor Schwangerschaft hat Vor- und Nachteile

Für stark übergewichtige Frauen, die schwanger werden wollen, kann eine Adipositas-Operation die Lösung sein. Doch manche Risiken werden dadurch sogar noch erhöht. Eine Studie hat nun die Vor-und Nachteile der OP gegenübergestellt.
Adipositas-OP vor Schwangerschaft

Starkes Übergewicht erhöht die Risiken einer Schwangerschaft.

Starkes Übergewicht in der Schwangerschaft gefährdet Mutter und Kind. So erkranken adipöse Frauen häufiger an Schwangerschaftsdiabetes, es kommt häufiger zu Frühgeburten, und auch die Wahrscheinlichkeit für einen Kaiserschnitt erhöht sich. Ein weiteres Problem bei adipösen Schwangeren ist, dass Ultraschalluntersuchungen durch das Bauchfett erschwert werden können. Zudem kommt es häufiger zu Bluthochdruck, und auch das Risiko für Präeklampsie und Eklampsie erhöht sich. Von Adipositas spricht man, wenn der Body Mass Index (BMI) über 30 liegt.

Um die Risiken zu reduzieren, lassen manche Frauen vor einer geplanten Schwangerschaft eine Adipositas-Operation vornehmen. Dabei wird entweder der Magen verkleinert, so dass die Nahrungsaufnahme reduziert wird, oder der Darm verkürzt, so dass vom Körper weniger Kalorien und Nährstoffe aufgenommen werden. Eine schwedische Studie hat nun die Vor- und Nachteile dieser Operation für den Verlauf der Schwangerschaft untersucht.

Adipostias-Operation senkt Risiko für Schwangerschaftsdiabetes

Für die Analyse untersuchte Kari Johansson vom Karolinska Institut in Stockholm die Daten aus dem Scandinavian Obesity Surgery Registry und dem schwedischen Geburtsregister. Sie verglich dabei den Schwangerschaftsverlauf von Frauen, die eine Adipositas-OP hatten vornehmen lassen, mit dem von Frauen, die ohne OP schwanger geworden waren, aber einen ähnlich hohen BMI hatten wie die Operierten vor ihrem Eingriff. Insgesamt bezog sie die Daten von fast 3000 Frauen in ihre Untersuchung ein.

Im Durchschnitt war der BMI nach den Adipositas-Operationen auf 30 zurückgegangen. Bei den nicht operierten Frauen betrug er hingegen nach wie vor über 40, bei jeder fünften sogar über 45, womit sie als „super-adipös“ galten. Es zeigte sich, dass die Gewichtsabnahme durch die OP das Risiko für einen Gestationsdiabetes von 6,8 auf 1,9 Prozent reduzieren konnte. Auch der Anteil der Kinder mit Makrosomie, einer typischen Folge von Schwangerschaftsdiabetes, konnte deutlich gesenkt werden, nämlich von 22,4 bei den nicht operierten auf 8,6 Prozent bei den operierten Frauen.

 

Adipositas-OP kann Nährstoffversorgung gefährden

Allerdings zeigten sich nicht nur Vorteile durch die Operation, sondern auch gewisse Risiken. So kann eine Adipositas-Operation offenbar die Nährstoff­versorgung des Kindes gefährden – insbesondere wenn eine Bypass-OP vorgenommen wurde, bei der die Resorptionsstrecke im Dünndarm verkürzt wird. Dadurch kamen häufiger Kinder mit einem niedrigen Körpergewicht (SGA = small for gestational age) zur Welt. Während in der Kontrollgruppe nur 7,6 SGA-Kinder zur Welt kamen, waren es bei den Frauen, die ihre Adipositas operativ hatten behandeln lassen, 15,6 Prozent.

Zudem brachten Schwangere nach einer Adipositas-Operation ihre Kinder im Schnitt 4,5 Tage früher zur Welt, und auch die Rate der Frühgeburten war mit 10,0 gegenüber 7,5 Prozent leicht erhöht. Besonders bedenklich ist, dass es bei den operierten Frauen mehr als doppelt so häufig zu einer Totgeburt kam, nämlich in1,7 gegenüber 0,7 Prozent der Fälle. Bei den Fehlbildungen konnten hingegen keine Unterschiede festgestellt werden.

Wer also eine Adipositas-Operation vor einer Schwangerschaft vornehmen lassen möchte, sollte die Chancen und Risiken genau abwägen. Offenbar können bestimmte Gefahren dadurch reduziert werden, gleichzeitig erhöhen sich jedoch andere Risiken für das Kind.

Foto: © Rafael Ben-Ari - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

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