Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Adipositas lässt Gehirn schneller altern

Der allmähliche Rückgang der weißen Hirnsubstanz im Alter ist nicht zu vermeiden. Doch offenbar gibt es Faktoren, die diese altersbedingte Reduktion beeinflussen. Dazu gehört auch starkes Übergewicht, wie eine Studie nun gezeigt hat.
Adipositas beeinträchtigt Gehirn

Starkes Übergewicht schadet nicht nur dem Körper, sondern auch dem Gehirn

Schon länger ist bekannt, dass Übergewicht und Adipositas die Entstehung einer Demenz begünstigen. Nun hat eine Studie gezeigt, dass auch der normale altersbedingte Rückgang der weißen Hirnsubstanz durch starkes Übergewicht beschleunigt wird. In einer Querschnittstudie von Wissenschaftlern des Cambridge Centre for Ageing and Neuroscience konnte gezeigt werden, dass die Atrophie bei Menschen mit Adipositas etwa zehn Jahre früher einsetzt als bei normalgewichtigen Personen. Sogar die Forscher waren von der Stärke des Effekts überrascht.

Weiße Hirnsubstanz nimmt schneller ab

Die weiße Hirnsubstanz besteht zum großen Teil aus Nervenfasern, welche die einzelnen Hirnregionen miteinander verbinden. Ab einem Alter von etwa 40 bis 50 Jahren nimmt sie allmählich ab. Damit kann auch eine Verminderung der Geschwindigkeit einhergehen, mit der wir geistige Aufgaben meistern. Die Atrophie ist im Kernspintomographen messbar.

Für ihre Studie haben die Forscher 473 Personen im Alter von 27 bis 87 Jahren mittels eines 3-Tesla-Kernspintomographen untersucht. Wie sich zeigte, hatte das Gewicht in jungen Jahren noch keinen Einfluss auf die Ausdehnung der weißen Hirnsubstanz. Doch ab dem 40. Lebensjahr konnte bei den übergewichtigen und adipösen Probanden ein beschleunigter Rückgang festgestellt werden. Und im Alter von 50 Jahren war ihre weiße Hirnsubstanz auf ein Maß geschrumpft, das bei schlanken Teilnehmern erst im Alter von 60 Jahren erreicht wird. 

 

Zusammenhänge noch unklar

Wie es zu dieser beschleunigten Atrophie des Gehirns kommt, ist noch nicht genau geklärt. Von einigen Experten wird vermutet, dass eine Atherosklerose in den zerebralen Arterien Mitverursacher sein könnte. Zudem sind adipöse Menschen anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, welche wiederum nachweisbar Auswirkungen auf das Gehirn haben. Auch können wiederholte Mikroinfarkte eine vaskuläre Demenz verursachen; allerdings fanden die Forscher in der aktuellen Studie keine Hinweise dafür. Daher werden noch weitere Forschungen notwendig sein, um die genauen Zusammenhänge zwischen Adipositas und Gehirnvolumen zu erklären.

Foto: © esolla - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Übergewicht , Adipositas , Demenz , Gedächtnis
 

Weitere Nachrichten zum Thema Übergewicht

Bei einer vaskulären Demenz kommt es zu einem langsamen, aber fortschreitenden Verlust von geistigen Fähigkeiten, ausgelöst durch Gefäßveränderungen und Durchblutungsstörungen im Gehirn. Zu den Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes mellitus, Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Der AstraZeneca-Impfstoff ist jetzt auch für Senioren zugelassen. Damit könnten die älteren Corona-Risikogruppen schneller durchgeimpft werden. Über Härtefalle, die aus ärztlicher Sicht eine vorzeitige Impfung benötigen, entscheidet in Berlin eine neue Clearingstelle.

Frust-Essen, mehr Alkohol, unfreiwillige Häuslichkeit, weniger Bewegung: Die COVID-19-Pandemie hinterlässt auch bei Gesunden ihre Spuren. 43 Prozent der Verbraucher haben zugenommen – um 5,5 Kilo im Schnitt. Bei jedem Siebten sind es sogar 10 Kilo oder mehr. Das zeigt eine INSA-Umfrage des rbb für sein Sendegebiet Berlin/Brandenburg.

Der sogenannte Bauernhof-Schutz gegen Allergien ist schon länger bekannt. Mit Beta-Laktoglobulin wurde ein Kuhmilch-Protein identifiziert, dass vor allem dafür verantwortlich ist. Das gibt es nun als Lutschtablette.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin