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Abstillen: Wie geht das am besten?

Dienstag, 20. September 2022 – Autor:
Irgendwann ist Schluss: Das natürliche Abstillalter liegt zwischen zwei und vier Jahren. Für das Kind, aber auch die Mutter ist das Abstillen eine körperliche wie emotionale Herausforderung. Tipps von Experten, auf was man achten sollte – und wie es am besten funktioniert.
Säugling mit großen blauen Augen an der Mutterbrust.

Abstillen: Das ist für Mutter und Kind ein zweiter Abnabelungsprozess. Beachtet man ein paar Dinge dabei, fällt es beiden Seiten leichter. – Foto: cicisbeo

Wann ist der richtige Zeitpunkt, mit dem Stillen aufzuhören? Wie verhält man sich richtig, wenn das Kind bei Abstillversuchen schreit und schreit? Wie entwöhnt man das Kind vom nächtlichen Stillen? Diese Fragen beschäftigen stillende Mütter und deren Partner. Oft ist Abstillen gar nicht so einfach, denn es ist eine körperliche wie emotionale Herausforderung für Mutter und Kind. Tipps aus der aktuellen Ausgabe des Apothekenmagazins „Baby und Familie".

Wann aufhören mit dem Stillen? Das rät die WHO

Viele Mütter fragen sich auch, wann der richtige Zeitpunkt zum Abstillen ist. „Die Weltgesundheitsorganisation WHO rät, ein halbes Jahr ausschließlich zu stillen, dann die Beikost einzuführen, aber bis zu einem Alter von zwei Jahren weiter zu stillen und darüber hinaus – wenn gewünscht", sagt Still- und Laktationsberaterin Anja Bier in der Septemberausgabe von „Baby und Familie“. Das natürliche Abstillalter liege im Alter von zwei bis vier Jahren oder noch später. „Dann lässt das Bedürfnis nach der Brust nach, und Abstillen funktioniert oft vergleichsweise mühelos."

 

Abstillen: Immer auf das Bauchgefühl verlassen

Abstillen ist ein sehr individueller Prozess. „Auf jeden Fall sollten Sie sich zu nichts drängeln lassen“, sagt deshalb Stillberaterin Bier. „Wichtig ist, dass Sie als Mutter kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie abstillen möchten und dass Sie sich mit Ihrer Entscheidung wohlfühlen."

Abstillversuche: Was tun, wenn das Kind immerzu schreit?

Bringt das Kind durch Schreien zum Ausdruck, mit den Abstillversuchen der Mutter nicht einverstanden zu sein, kann das für ein paar Tage oder auch für zwei, drei Wochen eine schwierige Zeit sein. „In guter, inniger Bindung miteinander können Mutter und Kind Alternativen zum Stillen finden", erklärt Anja Bier. „Es hilft, wenn Ihr Partner oder andere Menschen Sie unterstützen, sich dann zeitweise um das Kind kümmern und trösten."

Langsam abstillen: Angenehmer für Mutter und Kind

Von abruptem Abstillen rät Bier ab – aus zwei Gründen: „Das Kind kann sich nicht daran gewöhnen, die Brust kann die Milchmenge nicht natürlich reduzieren, wird prall und schmerzt." Wichtig sei dann, mit der Hand oder einer Pumpe regelmäßig nur so viel Milch zu entleeren, dass die Brust entlastet wird, aber nicht mehr, denn das würde die Milchproduktion aufrechterhalten. Es hilft auch, die Brust zu kühlen. „Medikamente zum Abstillen sind nicht empfehlenswert", unterstreicht die Still- und Laktationsberaterin. „Sie haben teils starke Nebenwirkungen und wirken auch nur in den ersten Wochen des Stillens effektiv."

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