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Abspecken & Co. kein Patentrezept gegen Diabetes Typ II

Lebensstiländerungen sind bei Diabetes Typ II die Therapie der Wahl. Doch nicht jeder kann damit seinen Blutzuckerspiegel senken. Wissenschaftler haben jetzt Risikopatienten identifiziert.
Abspecken & Co. kein Patentrezept gegen Diabetes Typ II

Abnehmen und gesunde Ernährung schützen nicht jeden vor Diabetes

Abspecken und Sport treiben gelten als die wichtigsten Hausmittel, um Lifestyle-Erkrankungen wie Diabetes vorzubeugen. Ein Patentrezept für alle ist dies jedoch nicht. Neueste Erkenntnisse von Wissenschaftlern aus Tübingen und München zeigen, dass es bestimmte Diabetes-Phänotypen gibt, die eben nicht oder nur kaum von Lebensstiländerungen profitieren. Den Wissenschaftlern zufolge bestimmen vor allem eine insulinresistente Fettleber und eine verminderte Insulinproduktion darüber, ob sich der Blutzucker durch Abspecken & Co. senken lässt.

Fettleber und Insulinproduktionsdefekt lassen den Blutzuckerspiegel oben

„Wir beobachten schon lange, dass nicht jeder mit einem erhöhten Risiko für Typ 2 Diabetes gleichermaßen von einer Lebensstiländerung bezüglich der Verbesserung seines Risikoprofils profitiert“, sagt Diabetesexperte Prof. Norbert Stefan vom Universitätsklinikum Tübingen. In einer Untersuchung mit 120 Personen mit Prädiabetes (erhöhte Blutzuckerwerte vor und/oder nach den Mahlzeiten) wurde diese Beobachtung bestätigt. Nach neunmonatiger Lebensstilintervention trat bei 40 Prozent der Teilnehmer keine Verbesserung der erhöhten Blutzuckerwerte ein, obwohl ihr Gewichts- und Fettverlust nachweislich erfolgreich war.

Bei näherer Betrachtung dieser „Nicht-Ansprecher“ konnten die Wissenschaftler eine Hoch-Risiko-Konstellation identifizieren: Die Personen hatten entweder eine nichtalkoholischen Fettleber und/oder einen Insulinproduktionsdefekt. „Diese Menschen hatten eine fast identische Gewichtsabnahme im Vergleich zu jenen Personen, bei denen die Konstellation nicht vorlag. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dadurch normale Blutzuckerwerte erreichten war aber um das 4,5-fache geringer“, erläutert Professor Stefan das Ergebnis.

 

Studie untersucht intensivierte Lebensstilintervention

Seiner Ansicht nach können die Ergebnisse in Zukunft zur Risikostratifizierung von Menschen mit Prädiabetes dienen. In einer deutschlandweiten Studie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung mit mehr als 1.000 Teilnehmern wird jetzt untersucht, ob bei Menschen mit erhöhtem Blutzucker, einer Insulinproduktionsstörung oder einer Fettleber, eine intensivierte Lebensstilintervention Vorteile bringt. Die Diabetesexperten nehmen an, dass eine noch größere Gewichtsabnahme eventuell doch Vorteile bringt.

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