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Abschied von Diabetiker-Lebensmitteln

Diabetesexperten halten die Auszeichnung "Für Diabetiker geeignet" für irreführend. Seit 1. Oktober dürfen Diabetiker-Lebensmittel in Deutschland nicht mehr produziert werden.
Abschied von Diabetiker-Lebensmitteln

Hoher Fructose-Anteil in Diabetiker-Marmeladen

Alles ausser notwendig, so in etwa bezeichnen Diabetologen Diabetiker-Produkte wie zuckerfreie Kekse, Marmeladen und Säfte, Diabetikerschokolade oder Diabetikerpralinen. Denn nach wissenschaftlichem Kenntnisstand sind diese Produkte eher schädlich als nützlich: zu hoher Fructose-, Energie- und Fettgehalt und zudem noch überteuert.

Viele Diabetiker haben sich an die süssen Produkte gewöhnt

Das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) empfiehlt seit langem, auf Empfehlungen wie "für Diabetiker geeignet" zu verzichten. Solche Aussagen würden Zuckerkranke nur verleiten, zu viel von diesen Lebensmitteln zu sich zu nehmen. Zudem kann der Darm Zuckeraustauschstoffe schlecht verdauen. Wer zu viel davon isst, den können Blähungen oder Durchfall plagen.

Anfang September 2010 wurde mit der "Sechzehnten Verordnung zur Änderung der Diätverordnung" das Aus für die lukrativen Artikel auf den Weg gebracht. Allerdings galt eine Übergangsfrist von zwei Jahren. Die ist am 1. Oktober 2012 nun abgelaufen, seither gilt Produktionsstopp für Diabetiker-Produkte.

"Mit dem Produktionsstopp am 1. Oktober 2012 wird die irreführende Auszeichnung für Diabetiker geeignet' endlich nach und nach aus den Einkaufsregalen verschwinden", so Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Pressesprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG )

Doch viele Menschen mit Diabetes sind jetzt verunsichert. Sie haben sich an die genauen Angaben zu Kohlenhydraten auf den Diabetiker-Lebensmitteln gewöhnt. Diese Angaben fehlen oft auf normalen Lebensmitteln, etwa wie viele Kohlenhydrate pro 100 Gramm ein Lebensmittel enthält. Die DDG und Verbraucherschützer fordern daher seit Jahren, die Nähwertangaben auf Lebensmitteln zu vereinheitlichen. Bisher wurde die Forderung jedoch abgelehnt.

Foto: Peter Smola  / pixelio.de

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