. Nach Entlassung aus Rezeptflicht

Absatz der Pille danach steigt rasant

Es gab hitzige Diskussionen über die Entlassung der Pille danach aus der Rezeptpflicht. Jetzt zeigt ein Report von Insight Health erstmals, wie sich der Markt seit März entwickelt hat.

Der Absatz der Pille danach ist nach der Entlassung aus der Rezeptflicht gestiegen.

Nachdem die Pille danach aus der Rezeptpflicht entlassen worden ist, schnellten auch die Absätze in die Höhe. Das zeigt die jüngste Auswertung des Dienstleisters Insight Health. Hätte der Absatz von Notfallverhütungsmitteln im Verlauf des vergangenen Jahres auf einem relativ konstanten Level zwischen monatlich 37000 und 44000 abgegebenen Packungen gelegen, so sei in den Wochen nach der Entlassung aus der Rezeptpflicht im März diesen Jahres ein deutlicher Absatzanstieg zu verzeichnen gewesen, schreibt Insight Health in einer Pressemitteilung: „Mit über 50.000 abgegebenen Packungen war der Absatz der Pille danach bereits im März überdurchschnittlich hoch. Im April stiegen die Absätze um weitere 10 Prozent auf über 55.000 ausgegebene Packungen. Im Vergleich zu den umsatzstärksten Monaten in 2014 entspricht dies einer Zunahme von 25 Prozent.“

Anteil der Selbstmedikation bei Pille danach stieg von 46 auf 78 %

Während der Anteil der Selbstmedikation im März noch bei 46 Prozent lag, stieg er im April auf einen Anteil von 78 Prozent, so der Dienstleister. Dabei wiesen im Vergleich der Bundesländer die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen die höchste Abgabe pro Einwohner auf. Im April seien umgerechnet pro Einwohner in Berlin fünfmal so viele Packungen abgegeben worden wie im umliegenden Brandenburg.

Höchsten Anstiege sind in den neuen Bundesländern zu beobachten

Erstaunlich: Während die Pro-Kopf-Ausgaben der neuen Bundesländer deutlich unter dem deutschen Durchschnitt liegen, sind dort die höchsten Anstiege bei der Nachfrage nach Notfallverhütungsmitteln zu beobachten. „Beispielsweise weist Brandenburg im Bundesvergleich die geringste Ausgabe der Pille danach pro Einwohner auf, mit einem Zuwachs von 85 Prozent ist dort jedoch einer der stärksten Absatzanstiege in Deutschland zu beobachten. Nur in Thüringen ist der Absatz stärker angestiegen: Hier hat sich die Ausgabe der Pille danach seit ihrer Entlassung aus der Rezeptpflicht mehr als verdoppelt“, schreibt Insight Health.

Foto: Fotolia - Teteline 

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik

Weitere Nachrichten zum Thema Verhütung und Schwangerschaft

| Hormonspiralen mit dem Wirkstoff Levonorgestrel sollen eine Schwangerschaft verhindern. Es mehren sich jedoch auch die Hinweise, dass die Verhütungsmethode zu psychiatrischen Nebenwirkungen wie Depressionen, Ängsten und Schlafstörungen führen kann.
| Die modernen Antibaby-Pillen der 3. und 4. Generation haben ein wesentlich größeres Risiko für die Bildung von Thrombosen. Davor warnt die Techniker Krankenkasse (TK) in ihrem jetzt veröffentlichten „Pillenreport“.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Lärm wird immer mehr als Gesundheitsgefahr wahrgenommen. Dennoch kommt der Lärmschutz – auch in Betrieben – offenbar häufig noch zu kurz. Der Tag gegen den Lärm will auf diesen Umstand aufmerksam machen und die Bevölkerung über Lärmschutzmaßnahmen aufklären.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Maritim proArte Hotel Berlin, Friedrichstraße 150-153, 10117 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.