Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Abnehmen: Zu Fuß zur Arbeit sinnvoller als Diäten

Dienstag, 5. Januar 2016 – Autor:
Wer den Weg zur Arbeit per Fahrrad oder zu Fuß statt mit dem Auto zurücklegt, kann sein Gewicht nachhaltig reduzieren. Eine britische Studie hat gezeigt, dass schon geringe Steigerungen der Alltagsaktivität das Abnehmen leichter machen.
Zu Fuß zur Arbeit sinnvoller als Diäten

Wer zu Fuß zur Arbeit geht, kann sein Gewicht besser unter Kontrolle halten – Foto: focus finder - Fotolia

Dass es schwierig ist, Diäten durchzuhalten, wissen die meisten. Wer damit dennoch Gewicht reduziert, dem fällt es oft schwer, den Zustand zu halten. Eine bessere Methode, dauerhaft abzunehmen, ist es, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. Dazu kann es schon reichen, den Arbeitsweg statt mit dem Auto per Rad oder zu Fuß zurückzulegen. In einer britischen Beobachtungsstudie konnte gezeigt werden, dass das nachhaltig positiv auf den Body Mass Index (BMI) wirken kann.

Fast 160.000 Haushalte waren in den Jahren 2004 bis 2007 zu verschiedenen gesundheitsrelevanten Themen befragt worden. Bei einem Teil davon, nämlich  4.056 Haushalten, untersuchten die Forscher um Gesundheitsökonom Adam Martin von der University of East Angia in Norwich den Zusammenhang zwischen der Art, wie jeweils der Arbeitsweg zurückgelegt wurde (zu Fuß, mit dem Rad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto) und dem BMI der Teilnehmer.

Aktiver Arbeitsweg reduzierte Gewicht bis zu sieben Kilogramm

Es zeigte sich, dass sich der BMI derjenigen, die für ihren Arbeitsweg vom Auto auf Radfahren, zu Fuß gehen oder das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel umgestiegen waren, innerhalb von zwei Jahren ohne weitere Diäten im Durchschnitt um 0,32 kg/m2 reduziert hatte. Dieser Wert, so die Forscher, korrespondiere mit einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von etwa einem Kilogramm und sei damit signifikant. Interessanterweise zeigt dies, dass auch das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel die körperliche Aktivität erhöht, wahrscheinlich, weil die Teilnehmer zu den Bahnstationen oder Bushaltestellen laufen oder mit dem Rad fahren.

Wer seinen Arbeitsweg aber tatsächlich aktiv, das heißt nur zu Fuß oder per Fahrrad, zurücklegte, konnte sein Gewicht nach zwei Jahren um durchschnittlich 0,45 kg/m2 reduzieren. Und je länger die Strecke zur Arbeit war, desto mehr nahmen die Probanden ab: Wer länger als zehn Minuten unterwegs war, verlor zwei Kilogramm (BMI -0,75 kg/m2), bei einem mehr als 30 Minuten dauernden Arbeitsweg waren es sogar sieben Kilogramm.  

 

Bevölkerung zu alternativen Arbeitswegen motivieren

Die Studienautoren betonen, es seien die vielen kleinen und scheinbar unbedeutenden Lebensumstände, die im Laufe von Jahren zu einer Gewichtsänderung führen. Dies sei auch in Hinsicht auf die Gesundheit der ganzen Bevölkerung von Bedeutung. „Gemeinsam mit anderen möglichen Vorteilen eines Arbeitswegs per Rad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln – gesundheitlicher Nutzen, Kostenersparnis und Umweltfreundlichkeit – motivieren diese Resultate dazu, Interventionen zu entwickeln, die einen Umstieg auf diese nachhaltigeren Transportmittel bewirken“, so die Forscher.

Foto: © focus finder - Fotolia.com

Hauptkategorie: Prävention und Reha
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bewegung

Bei fast allen Erkrankungen wird körperlicher Aktivität ein positiver Einfluss auf den Krankheitsverlauf nachgesagt. Zum Teil wird sie sogar schon gezielt als Therapie eingesetzt. Eine Meta-Analyse zeigt nun: Durch körperliche Aktivität kann die Gesamtsterblichkeit um 30 bis 40 Prozent gesenkt werden.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Zur Senkung hoher Cholesterinwerte werden Statine als Mittel der Wahl eingesetzt, da sie wirksam vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Berichte über Nebenwirkungen verunsichern viele Patienten. Wie sicher und verträglich sind diese Cholesterinsenker?
 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin