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13.08.2017

Ab 60 altert das Immunsystem

Warum werden Menschen ab 60 mehr Impfungen empfohlen als jüngeren? Ganz einfach, weil auch das Immunsystem altert. Der Körper kann dann nicht mehr so gut Infektionen abwehren.
Über 60 und noch topfit – trotzdem altert das Immunsystem

Über 60 und noch topfit – trotzdem altert das Immunsystem

Ob gegen Grippe oder Pneumokokken – Menschen ab 60 werden diese Impfungen – anders als jüngeren - ausdrücklich empfohlen. Denn ab dem Alter von 60 beginnt Experten zufolge auch das Immunsystem zu altern. Dadurch kann sich der Körper schlechter gegen Krankheitserreger wehren. Somit haben ältere Semester mit Säuglingen und Kleinkindern einiges gemeinsam. „Bei den meisten Infektionen sehen wir einen U-förmigen Verlauf“, sagt Prof. Mathias Pletz, Leiter des Zentrums für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Jena. „Das heißt, dass bei Kleinkindern aufgrund des noch unreifen Immunsystems viele Infektionen auftreten, deren Anzahl im Laufe des weiteren Lebens aber immer mehr zurückgeht, weil wir durch den häufigen Kontakt zur Umwelt einen Schutz aufbauen. Ab dem 60. Lebensjahr altert das Immunsystem jedoch wieder, der Schutz nimmt ab und die Häufigkeit der Infektionen wieder zu“, so der Experte.

Verwirrtheit statt Fieber

Zwischen kleinen Kindern und Senioren gibt es aber doch einen Unterschied. Kinder fiebern meist hoch und beginnen schnell zu husten, so dass Infektionen schnell erkannt werden. „Bei Älteren ist dies nicht immer der Fall“, meint der Infektionsmediziner. So könne sich auch eine Infektion durch Verwirrtheit äußern. „Wichtig ist dann, auch an mögliche Infektionen zu denken.“

Ältere Menschen haben zum Beispiel ein höheres Risiko für eine Lungenentzündung. Patienten, die wegen dieser Diagnose ins Krankenhaus eingewiesen werden, sind im Schnitt 74 Jahre alt. 14 Prozent der Patienten versterben noch in der Klinik daran, häufiger als andere Infektionen geht die Lungenentzündung auch in eine Sepsis über.

Laut Pletz sind die häufigsten Auslöser für eine Lungenentzündung Pneumokokken und Influenza. „Am schlimmsten ist es, wenn beide Erreger gleichzeitig auftreten – dann steigt die Sterblichkeit deutlich an“, sagt er. Der beste Schutz sei, sich impfen zu lassen.

 

Impfung ist der beste Schutz

Genau wie die Grippeimpfung wird Menschen ab 60 auch die Pneumokokken-Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Die Grippeimpfung muss jedes Jahr wiederholt werden, weil sich die Grippeviren von Jahr zu Jahr verändern. Die Pneumokokken-Impfung muss dagegen nur alle sechs Jahre aufgefrischt werden.

Neben der Impfung können sich ältere Menschen aber auch durch das eigene Verhalten vor einer Lungenentzündung schützen. Mundhygiene spielt laut Peitz eine wichtige Rolle, da die Bakterien von hier in die Lunge gelangen können. Auf das Rauchen sollte verzichtet werden, weil es die Flimmerhärchen lähmt und somit den wichtigen Abwehrmechanismus der Lunge blockiert. "Auch große Mengen Alkohol sorgen dafür, dass die Immunabwehr nicht so gut funktioniert, wie sie sollte“, so Pletz, 

Foto: pixabay Freie kommerzielle Nutzung

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