. Ärztehonorar

800 Millionen Euro mehr für niedergelassene Ärzte

Die Einigung zwischen der Kassenärzten und den Krankenkassen ging erstaunlich schnell. 800 Millionen Euro mehr soll es im kommenden Jahr mehr für die niedergelassenen Ärzte geben. Doch die Forderung nach einem neuen Honorarsystem ist noch nicht vom Tisch.
800 Millionen Euro mehr für niedergelassene Ärzte

Haus- und Fachärzte sollen in 2015 etwas mehr Honorar bekommen

Am Mittwoche haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband über die Weiterentwicklung der Vergütung niedergelassener Ärzte im Jahr 2015 geeinigt. Nach 30 Minuten war die Sache beschlossen: Die Vergütung der niedergelassenen Ärzte wird im kommenden Jahr um rund 800 Millionen Euro steigen. Ein Schwerpunkt soll die Förderung der allgemeinen fachärztlichen Leistungen sein. So entfallen 132 Millionen Euro der Gesamtsumme auf die Erhöhung der Pauschalen für die fachärztliche Grundversorgung. Ebenfalls ein besonderes Augenmerk wurde auf die Förderung im hausärztlichen Bereich gelegt. 132 Millionen Euro werden insbesondere für die Finanzierung von Leistungen von qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten und hier vor allem für Hausbesuche vorgesehen. Der größere Teil der Honorarerhöhung verteilt sich auf alle niedergelassenen Ärzte über die Erhöhung des Orientierungspunktwertes um 1,4 Prozent auf 10,27 Cent.

Kompromiss war innerhalb von 30 Minuten geschlossen

Für die Kassen sei das Verhandlungspaket gerade noch vertretbar, sagte Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. Und der Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Dr. Andreas Gassen erklärte, er sei froh, dass eine gute Lösung für beide Verhandlungsseiten gefunden worden sei.

Die Einigung ist ein Kompromiss. Ursprünglich hatte die Kven eine Honorarerhöhung in Höhe von fünf Milliarden Euro gefordert. Selbst der Hartmannbund hielt die Forderung für überzogen. Deren Vorsitzender Dr. Klaus Reinhardt forderte heute erneut eine grundsätzliche Neuordnung des Honorarsystems in der gesetzlichen Krankenversicherung. Er sei es leid, jedes Jahr in Tarifverhandlungen zu treten, mit Milliardenforderungen herumzutaktieren und anschließend zum Streik aufrufen zu müssen. Zu Gespräche mit den Kassen sei er bereit. 

© Dan Race - Fotolia.com

 
Autor: ham
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Gesundheitspolitik , Ärzte , Niedergelassene Ärzte , GKV , Kassenärztliche Vereinigunge (KV)
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gesundheitspolitik

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dass es auch unsere Gene beeinflusst, konnten nun Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung zeigen. Besonders ein Gen, das an Entzündungsvorgängen beteiligt ist, wird durch Tabakkonsum aktiviert.
Gesundheitliche Prävention ist keine Frage des Alters. Bis ins hohe Lebensalter kann man vielen gesundheitlichen Problemen vorbeugen – auch bei Pflegebedürftigkeit. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat nun ein frei zugängliches und kostenloses Internetportal speziell mit Tipps für pflegende Angehörige eingerichtet.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30 (Eingang West), 12203 Berlin
 
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.