. Geberkonferenz in Berlin

7,5 Milliarden US-Dollar für Gavi-Impfallianz

Die Impf-Allianz Gavi hat am Dienstag über 7,5 Milliarden US-Dollar für den Kampf gegen Infektionskrankheiten eingeworben. Das Geld soll Entwicklungsländern zugutekommen.
Geberkonferenz 2015 in Berlin: 7,5 Milliarden US-Dollar für Gavi-Impfallianz

Merkel auf der Gavi Geberkonferenz 2015: Durch den Schutz vor Krankheiten können wir Millionen Kindern eine glückliche Kindheit sichern

Die von Bill Gates gegründete Impf-Allianz Gavi hat ihr Ziel erreicht: Auf der Geberkonferenz in Berlin kamen am Dienstag 7,54 Milliarden US-Dollar zusammen – das entspricht etwa 6,6 Milliarden Euro. Bis 2020 sollen damit rund 300 Millionen Kinder aus den ärmsten Ländern der Welt Impfungen gegen Infektionskrankheiten wie Masern, Durchfall oder Keuchhusten erhalten. Etwa fünf bis sechs Millionen Todesfälle könnten so verhindert werden, hieß es. Gavi will bis 2020 mehr Impfstoffe auch in entlegene Regionen bringen, um so die bislang unerreichbaren Kinder zu erreichen. „Die Verbesserung der Kühlkette und die Entwicklung neuer Impfstoffe sollen es ermöglichen, dass alle Kinder geimpft werden können“, sagte Gavi-Geschäftsführer Seth Berkley auf der Geber-Konferenz in Berlin.

Impf-Allianz Gavi: Deutschland sagte 600 Millionen Euro zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war als Schirmherrin anwesend und sagte 600 Millionen Euro zu. „Wir haben zwar noch einen weiten Weg vor uns, aber der heutige Tag ist ein Meilenstein für die Arbeit von Gavi in den kommenden Jahren“, erklärte Merkel. Bill Gates will umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro stiften, Großbritannien rund 1,76 Milliarden Euro. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete die Impf-Allianz als eine "Investition in die Welt der Zukunft".

Es gab jedoch auch Kritik. "Ärzte ohne Grenzen" monierte, dass rund ein Drittel der von Gavi geforderten Summe für einen teuren Pneumokokken-Impfstoff verwendet werden soll. Die Hilfsorganisation forderte die Geberländer auf, sich für niedrigere Impfstoffpreise einzusetzen. Der kürzlich veröffentlichte Bericht „The Right Shot" zeigt auf, dass die Kosten für Impfungen seit 2001 explodiert seien. Demnach kostet die vollständige Immunisierung eines Kindes heute 68-mal mehr als im Jahr 2001.

 

Kindersterblichkeit immer noch hoch

Gavi hat seit seiner Gründung im Jahr 2000 nach eigenen Angaben fast einer halben Milliarde Kindern weltweit Impfungen ermöglicht. Dadurch wurden nach offiziellen Angaben rund sieben Millionen Kinder vor dem Tod bewahrt. Doch noch immer sterben jedes Jahr 6,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren – die Hälfte davon an Krankheiten, die vermeidbar oder leicht behandelbar wären. Daran erinnerte Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) zum Auftakt der Geberkonferenz „Wir hatten uns als Weltgemeinschaft vorgenommen, die Kindersterblichkeit bis zu diesem Jahr um zwei Drittel zu senken. Geschafft haben wir gerade mal die Halbierung.“

Foto: Gavi The Vaccine Alliance

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Gesundheitspolitik , Infektionskrankheiten , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Impfen

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Braunes Fett gilt als Sattmacher und Kalorienkiller. Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass das Darmhormon Sekretin braunes Fettgewebe stimuliert. Unklar ist noch, welche Lebensmittel den Prozess in Gang setzen können.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35 10717 Berlin, Mehrzweckraum (EG)

Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH, Reinickendorfer Straße 61, 13347 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.