. Geld von der EU

40 Millionen Euro für eine bessere Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen

Das EU Joint Programme Neurodegenerative Disease Research (JPND) will neurodegenerative Erkrankungen besser erforschen und stellt dafür 30 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus kündigte auch die Europäische Union eine weitere Förderung von 10 Millionen Euro aus dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation namens Horizon 2020 an.

Gegen das Vergessen: Mehr Geld von der EU für Parkinson-Forschung.

Bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson handele es sich um wirklich globale Herausforderungen, schreibt JPND in einer Pressemitteilung. Zum größten Teil erwiesen sich diese Erkrankungen, die in erster Linie in älteren Bevölkerungsschichten auftreten, nach wie vor als unheilbar. Allein in Europa litten über sieben Millionen Menschen an Demenz, wodurch Pflegekosten von schätzungsweise 130 Milliarden Euro pro Jahr entstehen, so die Initiatoren. Dabei seien die Bedingungen im Zusammenhang mit der Diagnose, Behandlung und Pflege von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen bislang überaus entmutigend: „Kein einziges Land verfügt ohne fremde Hilfe über die notwendigen Ressourcen, um auf diesem Gebiet allen entscheidenden Problemstellungen wirksam Rechnung tragen zu können“, so JPND.

EU will neurodegenerativen Erkrankungen gemeinsam die Stirn bieten

Das JPND wurde im Jahr 2009 mit dem Ziel ins Leben gerufen, EU-Mitgliedsstaaten die Möglichkeit zu bieten, diese Herausforderungen mit vereinten Kräften zu überwinden, insbesondere im Hinblick auf Alzheimer. In den vergangenen fünf Jahren hat das JPND durch umfangreichere Koordination und Kooperation und eine verbesserte Abstimmung nationaler Forschungsprogramme und Projekte im Bereich der neurodegenerativen Erkrankungen nach eigenen Angaben große Fortschritte erzielt. Dies habe zu einer beispiellosen Mobilisierung von Personal, Maßnahmen und Finanzmitteln sowie zu einer gezielten Bewusstseinsschärfung zur Bewältigung des Problems geführt.

 

EU sieht in neurodegenerativen Erkrankungen eine der großen Herausforderungen

Unter der Bezeichnung "JPcofuND" kündigte das JPND gestern nun umfangreiche neue Maßnahmen an, um im Verbund mit der Europäischen Kommission gegen dieses Problem vorzugehen. Im Januar 2015 wird die Initiative voraussichtlich zu einer gemeinsamen länderübergreifenden Ausschreibung führen, mit deren Hilfe internationale Forschungskooperationen in drei vorrangigen Tätigkeitsbereichen des JPND unterstützt werden sollen: Längsschnittstudien, Tier- und Zellmodelle sowie Schutz- und Risikofaktoren. Laut Professor Philippe Amouyel, dem Vorsitzenden der Lenkungsgruppe des JPND, wird "diese einzigartige kofinanzierte Initiative zu weiteren konkreten Synergien mit Horizon 2020 führen, um dieser globalen Bedrohung gemeinsam die Stirn bieten zu können.“ Der EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation Carlos Moedas erklärte: „Die gemeinschaftliche Programminitiative der EU trägt einigen der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft Rechnung. Dank dieser neuen Initiative, die das JPND und die Europäische Kommission mit vereinten Kräften finanzieren, werden führende Forscher Europas gemeinsam darauf hinarbeiten, den vielen Millionen an Alzheimer und sonstigen neurodegenerativen Erkrankungen leidenden Menschen zu helfen.“ Durch effizientere Forschung und die Vermeidung von Doppelarbeit werde die Initiative die Aussicht auf echte Fortschritte bei der Prävention und Behandlung der Erkrankungen sowie bei der Patientenpflege deutlich verbessern.

Foto: Fotolia

Autor: Cornelia Wanke
 

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