Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
04.05.2017

3D-Drucker stellt menschliche Haut her

Mit Hilfe eines 3D-Druckers ist es spanischen Forschern gelungen, voll funktionsfähige menschliche Haut herzustellen. Die Bestandteile dafür stammen vom Patienten selbst. Versuche haben gezeigt, dass die Haut eigene Strukturproteine produziert und problemlos anwächst.
3D-Drucker druckt menschliche Haut

3D-Drucker kommen in der Medizin immer mehr zum Einsatz

3D-Drucker können immer mehr. Mit den richtigen Ausgangsmaterialien ist es mittlerweile möglich, damit Schmuck, Schuhe und andere Gebrauchsgegenstände herzustellen. Auch in der Medizin kommt die Technik immer öfter zum Einsatz. So konnten Forscher bereits Knochen, Menisken oder Nieren mit den Druckern herstellen. Nun ist Wissenschaftlern aus Spanien ein weiterer Schritt gelungen: Mit Hilfe eines 3D-Druckers haben sie voll funktionsfähige menschliche Haut hergestellt. Die notwendigen Bestandteile dafür stammen vom Patienten selbst.

Nährlösung mit menschlichen Zellen als „Tinte“

Um die Ersatzhaut herzustellen, werden dem Patienten Blutplasma sowie ein kleines Stück Haut entnommen. Aus der Haut werden bestimmte Zellen, Fibroblasten und Keratinozyten, isoliert. Sie tragen dazu bei, dass die hergestellte Haut bioaktiv wird und in der Lage ist, eigene Strukturproteine zu produzieren. Eine Nährlösung, in der die Zellen und Biomoleküle der verschiedenen Hautschichten schwimmen, dient nun als „Tinte“ des 3D-Druckers.

Innerhalb von 35 Minuten können die Forscher um Juan Francisco del Cañizo von der Complutense Universität Madrid ein Stück Haut von 100 Quadratzentimetern Größe drucken, die nach ihren Angaben nicht von der Haut aus dem Labor zu unterscheiden ist. Der 3D-Drucker lagert dazu auf einem speziellen Untergrund zuerst die Epidermis mit ihrer Hornhautschicht ab; danach folgt die Lederhaut mit den Fibroblasten, die das Kollagen produzieren. „Entscheidend für dieses System ist es zu wissen, wie die biologischen Komponenten gemischt werden müssen, unter welchen Bedingungen wir sie halten und applizieren und wie wir sie mittels Druck zusammenfügen“, so del Cañizo.

 

Ersatzhaut wuchs problemlos an

Die Forscher berichten, dass sich die gedruckte Haut in histologischen Analysen als intakt und funktionsfähig erwies. Zudem wuchs sie bei Mäusen, denen die Haut transplantiert wurde, problemlos an. „In beiden Fällen war die mittels Drucker erzeugte Haut der normalen menschlichen Haut sehr ähnlich“, berichten die Forscher. Für Patienten mit großflächigen Verbrennungen oder Verletzungen könnte die Haut aus dem 3D-Drucker eine neue Behandlungsoption sein. Auch als Ersatz für Tierversuche bei Kosmetik- und Arzneimitteltests könnte die gedruckte Haut genutzt werden.

Foto: © jean song - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Dermatologie , Brandverletzungen , Haut
 

Weitere Nachrichten zum Thema 3D-Drucker

27.12.2014

Für einen zerstörten Meniskus gab es bisher keinen vollwertigen Ersatz. Forscher haben nun ein Verfahren entwickelt, bei dem ein künstlicher Meniskus aus dem 3D-Drucker ein Gerüst bildet, an dem neues Gewebe wachsen kann.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Corona-Pandemie und Lockdowns haben bei der Generation unter 30 Spuren hinterlassen. Das zeigt eine Studie der Betriebskrankenkasse Pronova BKK. Junge Menschen, die mit Geschwistern im Elternhaus leben, sind häufiger depressiv und aggressiv. Für 72 Prozent ist das Handy in der Coronakrise zur Haupt-Freizeitbeschäftigung geworden.

Corona sorgt für ein Allzeittief bei Arbeitsunfällen. Am dramatischsten sind Unfälle in der Schule zurückgegangen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen haben jetzt eine Bilanz für das Pandemiejahr 2020 vorgelegt.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin