Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

2016 steigen die Zusatzbeiträge

Montag, 2. November 2015 – Autor:
Die Zusatzbeiträge der Krankenkassen werden im kommenden Jahr deutlich steigen. Die Höhe legt jede Kasse selbst fest. Experten erwarten Steigerungen von bis zu 0,6 Prozent.
Zusatzbeiträge steigen: Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben der GKV geht seit 2014 wieder auseinander

Zusatzbeiträge steigen: Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben der GKV geht seit 2014 wieder auseinander

Erst zahlen Krankenkassen ihren Versicherten Boni aus, weil die Kassen mal eben voll sind. Jetzt holen sie sich das wieder zurück, und zwar über die Zusatzbeiträge. Fachleute wie der Versicherungsexperte Jürgen Wasem rechnen mit Steigerungen von bis zu 0,6 Prozent. Wie hoch der individuelle Zusatzbeitragssatz einer Krankenkasse ab 2016 für ihre Mitglieder tatsächlich ausfällt, legt die jeweilige Krankenkasse selbst fest und richtet sich unter anderem danach, wie wirtschaftlich eine Krankenkasse arbeitet. Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, die Erhöhung des Zusatzbeitrags schriftlich mitzuteilen. Versicherte haben ein Sonderkündigungsrecht und können zeitnah in eine günstigere Kasse wechseln.

Höhe des Zusatzbeitrags unterschiedlich

Grund für die Steigerung ist ein prognostiziertes Defizit von 14 Milliarden Euro im kommenden Jahr. Aus der Differenz Einnahmen und Ausgaben der GKV ergibt sich ein durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz in Höhe von 1,1 Prozent, der um 0,2 Prozentpunkte moderat höher liegt als in diesem Jahr. Überraschend ist diese Entwicklung jedoch nicht. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben der GKV geht seit 2014 wieder auseinander

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe verteidigte die Erhöhungen: „Angesichts unserer älter werdenden Gesellschaft und des medizinischen Fortschritts müssen wir mit steigenden Gesundheitskosten rechnen“, sagte er am Freitag. Spitzenmedizin und gute Pflege gebe es nun mal nicht zum Nulltarif. Gleichzeitig versprach er die Entwicklung der Zusatzbeiträge im Auge zu behalten.

 

GKV rechnet in 2016 mit mehr Ausgaben als Einnahmen

Derzeit verfügen die 123 gesetzlichen Krankenkassen über Finanz-Reserven von rund 15 Milliarden Euro. Dieser Betrag verteilt sich unterschiedlich auf die einzelnen Versicherungsträger. Kassen die über hohe Reserven verfügen werden wohl weniger aufschlagen müssen.

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wurde nach Auswertung der Prognose des Schätzerkreises zur Einnahmen- und Ausgabenentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) errechnet. Für das Jahr 2016 geht der Schätzerkreis insgesamt von Einnahmen in Höhe von 206,2 Milliarden Euro aus. Dem werden die voraussichtlichen Ausgaben der Krankenkassen von 220,6 Milliarden Euro gegenübergestellt. Die Finanz-Reserven der Krankenkassen in Höhe von derzeit gut 15 Milliarden Euro fließen in diese Rechnung nicht ein und stehen damit zum Teil für Spielräume bei der Festlegung ihres kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes zur Verfügung. 

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: GKV , Krankenkassen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Zusatzbeiträge

30.01.2015

Durch steigende Zusatzbeiträge werden Krankenversicherte in Zukunft stärker finanziell belastet, warnt der Verband der Ersatzkassen. Er fordert Korrekturen bei der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Gesundheitsstadt Berlin sprach mit Prof. Dr. med. Peter Vajkoczy, Direktor der Klinik für Neurochirurgie der Charité, über das neue CyberKnife Center, risikoreiche Operationen und die heilsame Wirkung der Präzisionsstrahlentherapie.
 
Weitere Nachrichten
Die Pandemie hat das Bewegungs- und Sportverhalten bei vielen verändert. Das Homeoffice gilt als „Bewegungskiller“, Städter schwitzen vorm Youtube-Video im eigenen Wohnzimmer, Landbewohner treibt es ins Freie – und Yoga ist jetzt beliebter als Fußball.

Die „professionelle Zahnreinigung“ ist ein wichtiges Ritual zur Erhaltung gesunder Zähne. In der Regel zahlt man sie selbst. Manche gesetzlichen Krankenkassen unterstützen ihre Mitglieder dabei aber finanziell. Allerdings ist das auch an Bedingungen geknüpft.

Für viele Menschen hat Corona seinen Schrecken verloren. Doch Pflegeheime sind nach wie vor Corona-Hotspots, heißt es im Barmer-Pflegereport 2022. Im Monat Juli waren fast 40-mal so viele Pflegefachkräfte krankgeschrieben wie ein Jahr zuvor.
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin