. GKV

2016 steigen die Zusatzbeiträge

Die Zusatzbeiträge der Krankenkassen werden im kommenden Jahr deutlich steigen. Die Höhe legt jede Kasse selbst fest. Experten erwarten Steigerungen von bis zu 0,6 Prozent.
Zusatzbeiträge steigen: Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben der GKV geht seit 2014 wieder auseinander

Zusatzbeiträge steigen: Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben der GKV geht seit 2014 wieder auseinander

Erst zahlen Krankenkassen ihren Versicherten Boni aus, weil die Kassen mal eben voll sind. Jetzt holen sie sich das wieder zurück, und zwar über die Zusatzbeiträge. Fachleute wie der Versicherungsexperte Jürgen Wasem rechnen mit Steigerungen von bis zu 0,6 Prozent. Wie hoch der individuelle Zusatzbeitragssatz einer Krankenkasse ab 2016 für ihre Mitglieder tatsächlich ausfällt, legt die jeweilige Krankenkasse selbst fest und richtet sich unter anderem danach, wie wirtschaftlich eine Krankenkasse arbeitet. Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, die Erhöhung des Zusatzbeitrags schriftlich mitzuteilen. Versicherte haben ein Sonderkündigungsrecht und können zeitnah in eine günstigere Kasse wechseln.

Höhe des Zusatzbeitrags unterschiedlich

Grund für die Steigerung ist ein prognostiziertes Defizit von 14 Milliarden Euro im kommenden Jahr. Aus der Differenz Einnahmen und Ausgaben der GKV ergibt sich ein durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz in Höhe von 1,1 Prozent, der um 0,2 Prozentpunkte moderat höher liegt als in diesem Jahr. Überraschend ist diese Entwicklung jedoch nicht. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben der GKV geht seit 2014 wieder auseinander

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe verteidigte die Erhöhungen: „Angesichts unserer älter werdenden Gesellschaft und des medizinischen Fortschritts müssen wir mit steigenden Gesundheitskosten rechnen“, sagte er am Freitag. Spitzenmedizin und gute Pflege gebe es nun mal nicht zum Nulltarif. Gleichzeitig versprach er die Entwicklung der Zusatzbeiträge im Auge zu behalten.

 

GKV rechnet in 2016 mit mehr Ausgaben als Einnahmen

Derzeit verfügen die 123 gesetzlichen Krankenkassen über Finanz-Reserven von rund 15 Milliarden Euro. Dieser Betrag verteilt sich unterschiedlich auf die einzelnen Versicherungsträger. Kassen die über hohe Reserven verfügen werden wohl weniger aufschlagen müssen.

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wurde nach Auswertung der Prognose des Schätzerkreises zur Einnahmen- und Ausgabenentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) errechnet. Für das Jahr 2016 geht der Schätzerkreis insgesamt von Einnahmen in Höhe von 206,2 Milliarden Euro aus. Dem werden die voraussichtlichen Ausgaben der Krankenkassen von 220,6 Milliarden Euro gegenübergestellt. Die Finanz-Reserven der Krankenkassen in Höhe von derzeit gut 15 Milliarden Euro fließen in diese Rechnung nicht ein und stehen damit zum Teil für Spielräume bei der Festlegung ihres kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes zur Verfügung. 

Autor: ham
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: GKV , Krankenkassen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Zusatzbeiträge

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Gesundheitsstadt Berlin sprach mit Prof. Dr. med. Peter Vajkoczy, Direktor der Klinik für Neurochirurgie der Charité, über das neue CyberKnife Center, risikoreiche Operationen und die heilsame Wirkung der Präzisionsstrahlentherapie.
 
. Weitere Nachrichten
Die Sonne gewinnt erfreulich spürbar an Kraft, aber die Haut ist noch blass vom Winter: Der Schutz vor UV-Strahlung ist deshalb keinesfalls nur eine Angelegenheit der Sommermonate – er beginnt im April. Auch wenn es sich nicht so anfühlt: Schon jetzt ist die Sonne ähnlich intensiv wie im August.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Gesundheitsakademie, Oudenarder Straße 16, 13347 Berlin, Haus A, Aufgang D 06, 1. OG, Seminarraum siehe Info-Tafel am Eingang
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.