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2000 Deutsche hoffen auf Lebertransplantation

Der bundesweite Tag der Organspende am 2. Juni 2012 erinnert daran: Rund 2000 Deutsche stehen auf der Warteliste von Eurotransplant und hoffen auf ein neue Leber.
Eine Organspende kann Leben retten

Eine Organspende kann Leben retten

Eurotransplant - das ist für viele Menschen ein Synonym für Hoffnung, insbesondere für die rund 2000 Leberkranken, die jedes Jahr in Deutschland auf der Warteliste der Stiftung stehen: Eurotransplant verteilt die lebensrettenden Organe in ganz Europa. Es können aber nur deutlich weniger Lebern tatsächlich transplantiert werden. Im Jahr 2010 waren es 1192 Lebern von verstorbenen Spendern, die transplantiert wurden.

Wegen des Organmangels in Deutschland müssen Patienten mit schweren chronischen Lebererkrankungen oft viele Monate bis Jahre auf eine Spenderleber warten. Der bundesweite Tag der Organspende am 2. Juni 2012 steht in diesem Jahr unter dem Motto: "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig". Seit 30 Jahren gibt es diesen bundesweiten Tag, der darauf aufmerksam macht, wie wichtig die Bereitschaft zur Organspende ist. Nach Expertenschätzungen haben nur etwa 20 Prozent der Deutschen ihren Willen zur Organspende tatsächlich mit einem Organspendeausweis festgelegt.

"Jeder kann in die Lage kommen, ein Spenderorgan zu benötigen. Versagt ein Organ wie die Niere, so kann ihre Funktion zum Teil durch die Hämodialyse ersetzt werden, das geht bei Leberversagen nicht", sagt Prof. Dr. Claus Niederau, Vorstand der Deutschen Leberhilfe e.V. und Mitglied des Vorstandes der Deutschen Leberstiftung. Deshalb seien Patienten mit schweren Lebererkrankungen letztendlich häufig auf ein Spenderorgan angewiesen. Durch die zum Teil langen Wartezeiten, verstürben jedoch auch einige Patienten, bevor ein passendes Organ gefunden sei.

Leberzirrhose - häufigste Ursache für Lebertransplantation

Der häufigste Grund für eine Lebertransplantation ist die fortgeschrittene Leberzirrhose, die durch zahlreiche chronische Erkrankungen entstehen kann. Weitere, mögliche Gründe für eine Transplantation sind Gallenwegserkrankungen, akutes Leberversagen (z.B. durch Vergiftungen oder Infektionen), Stoffwechselerkrankungen und andere. Leberkrebs kann in ausgewählten Fällen ebenfalls ein Grund zur Transplantation sein, solange er noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Die Überlebenschancen nach einer Transplantation sind je nach Patient und Grunderkrankung unterschiedlich. Rund 80 Prozent der transplantierten Organe sind nach fünf Jahren noch funktionsfähig. Dies gilt auch für die Leberlebendspende.

 

Wer bekommt eine neue Leber? - Punktescore entscheidend

Wenn die Ärzte des zuständigen Transplantationszentrums bei einem Patienten die Indikation für eine Lebertransplantation gestellt haben, erfolgt eine umfangreiche mehrtägige stationäre Diagnostik, um festzustellen, ob der Patient als Organempfänger in Frage kommt. Patienten mit einer alkoholbedingten Lebererkrankung müssen über einen längeren Zeitraum nachweisen, dass keinerlei Alkoholkonsum mehr besteht. Ein Punktescore ermittelt dann anhand einer mathematischen Formel aus den Laborwerten Bilirubin ("Gallewert"), Kreatinin ("Nierenwert") und INR ("Blutgerinnungswert") den sogenannte MELD-Wert. Dieser ist nun ausschlaggebend für die Dringlichkeit, mit der ein Patient das Spenderorgan benötigt. Es zählt nicht mehr wie früher die Wartezeit. Dadurch ist eine gerechte Vergabe der Organe durch die Stiftung Eurotransplant gewährleistet. Ausnahmen von dieser Regelung sind möglich im High Urgency-Verfahren (höchst dringlich) oder über Sonderanträge zum Beispiel unter bestimmten Bedingungen bei Leberkrebs.

Nach der Transplantation wird der Patient intensivmedizinisch überwacht. Erst wenn er sicher stabilisiert ist, wird er auf einer normalen Krankenhausstation weiter betreut, gefolgt von einer mehrwöchigen Anschlussheilbehandlung in einer Rehaklinik. Häufig ist eine Wiedereingliederung in das normale Berufsleben möglich.

Der Patient muss lebenslang Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einnehmen. Diese sogenannten Immunsuppressiva verhindern, dass die neue Leber als körperfremdes Organ abgestossen wird. Die Therapie mit Immunsuppressiva wird regelmässig überwacht. Dazu arbeiten die Transplantationszentren eng mit Hausärzten und niedergelassenen Leberspezialisten zusammen.

Manchmal kommt es wegen der verminderten Krankheitsabwehr zu Infektionserkrankungen, die wegen der Immunsuppression schwerer zu therapieren sind, als bei voll immunkompetenten Patienten. Wichtigster Partner des Patienten ist somit das Transplantationszentrum - von der Erstdiagnose der Lebererkrankung bis weit nach der Transplantation. (Quelle: Deutsche Leberstiftung, Deutschen Leberhilfe)

Foto: ©Günter Richter/pixelio

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