. DAK Versorgungsreport

10.000 Schlaganfälle könnten vermieden werden!

10.000 Schlaganfälle wären jährlich vermeidbar, wenn Schlaganfallpatienten besser präventiv versorgt wären. Das ist das Ergebnis des Versorgungsreports der DAK, der anlässlich der Veranstaltung „DAK-Gesundheit im Dialog“ vorgestellt wurde.

Viele Schlaganfälle sind vermeidbar!

Die Ergebnisse der Forschung sollen laut DAK nun den Versicherten unmittelbar zugutekommen. Mit neuen Versorgungsangeboten und der gezielten Information von Ärzten und Risikopatienten will die Kasse die Schlaganfallprävention verbessern. Etwa 150.000 Menschen in Deutschland erleiden pro Jahr einen erstmaligen Hirninfarkt, etwa 20 Prozent der Betroffenen sterben laut DAK innerhalb eines Jahres.

Rund 60 % der Menschen mit Vorhofflimmern werden nicht richtig versorgt, so die DAK

Anders als das Wort vermuten ließe, treten Schlaganfälle selten ohne Vorwarnung auf. Faktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder ein sogenannter Beinahe-Schlaganfall seien bekannte Alarmsignale. Vorhofflimmern, die häufigste Herzrhythmusstörung, gilt laut DAK als einer der Hauptrisikofaktoren. „Bei rechtzeitiger Behandlung steigen die Chancen, gesund zu bleiben. Der DAK-Versorgungsreport zeigt jedoch: Rund 60 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern werden nicht richtig versorgt. Die Störung wird nur bei etwa zwei Dritteln der Betroffenen entdeckt. Und selbst dann bekommt nur jeder zweite behandelbare Patient geeignete Medikamente“, schreibt die DAK in einer Pressemitteilung.

DAK bietet auch ein Frühwarnsystem für Menschen, die bereits einen Schlaganfall hatten

 "Würde das Vorhofflimmern bei vier von fünf Betroffenen erkannt und die Behandlungsrate auf 75 Prozent gesteigert, ließen sich in jedem Jahr 9.400 erstmalige Schlaganfälle vermeiden", erklärt DAK-Chef Herbert Rebscher. Dazu kämen die deutlich verminderte Lebensqualität und der dauerhafte Pflegebedarf bei den Überlebenden, die bleibende Behinderungen zurückbehalten. „Was für die Primärprävention von Schlaganfällen gilt, ist auch für die Sekundärprävention entscheidend. Durch eine Optimierung der Therapie könnten jährlich 980 erneute Schlaganfälle verhindert werden“, so Rebscher.

Die Forschung der DAK-Gesundheit wirke sich direkt auf die Praxis aus: "Über die Ergebnisse informieren wir unser Spezialisten-Netzwerk. Damit wollen wir zum Beispiel die Behandlung mit geeigneten Medikamenten sicherstellen", so der DAK-Chef. "Außerdem informieren wir Ärzteschaft und Risikopatienten, um Schlaganfälle zu vermeiden." Teil der Aufklärungskampagne seien Beratung, Experten-Hotlines und die Ansprache per Brief, Broschüre oder Film.

Ein besonderes Anliegen seien auch Patienten, die bereits einen Hirninfarkt erlitten haben: „Als bundesweit erste Krankenkasse bietet die DAK Gesundheit ihren Versicherten ein Frühwarnsystem zur Vorbeugung weiterer Schlaganfälle an“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Durch die ambulante Implantation eines BioMonitors und die sich anschließende tägliche Datenübertragung mit Hilfe des Home Monitoring würden Herztätigkeit und -rhythmus dauerhaft überwacht. Bei Unregelmäßigkeiten erhält der behandelnde Kardiologe laut DAK sofort eine Alarmmeldung. „Durch rechtzeitige Therapien lässt sich die Wahrscheinlichkeit weiterer Schlaganfälle um über 50 Prozent senken“, so die DAK.

Foto: Fotolia - PhotographybyMK

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin

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