Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

100 Jahre ALS und noch immer kein Durchbruch

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist seit mehr als 100 Jahren bekannt. Dennoch gibt es bis heute keine kurative Therapie. Nun ist Stephen Hawking an der degenerativen Nervenerkrankung gestorben.
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Fortschreitende Lähmung der Muskulatur

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Fortschreitende Lähmung der Muskulatur

Der Astrophysiker Stephen Hawking ist tot. Der Wissenschaftler litt an der unheilbaren Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Dass er mehr als 50 Jahre überlebt hat, ist ungewöhnlich: Üblicherweise versterben die Patienten schon innerhalb der ersten drei Jahre nach der Diagnose. Obwohl die degenerative Nervenerkrankung seit mehr als 100 Jahren bekannt ist, gibt es bis heute keine kurative Therapie. Die Betroffenen sterben meist an einer Atemlähmung.

Motorisches Nervensystem degeneriert

In der Regel ist bei einer ALS allein das motorische Nervensystem betroffen, das unsere Muskeln kontrolliert und die Bewegungen steuert. Nervenzellen im Gehirn, Hirnstamm und im Rückenmark sterben ab und führen zu spastischen Lähmungen und Muskelschwund. Die Patienten können sich im weiteren Verlauf nicht mehr bewegen und haben Schwierigkeiten beim Schlucken, Sprechen und Atmen. Blasen- und Darmfunktion und selbst die geistige Leistungsfähigkeit bleiben dagegen meist intakt.

Bis auf die erbliche Form ist die Ursache der ALS noch nicht bekannt. Daher gibt es bislang auch keine ursächliche Behandlung, die die Krankheit zum Stillstand bringen oder heilen kann. Laut der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke gibt es jedoch ein erstes Medikament, das die Lebenserwartung etwas verlängern kann. Das Medikament Riluzol vermindert demnach eine zellschädigende Wirkung des Nervenbotenstoffes Glutamat. Jedoch gibt es viele ALS-Patienten, die nicht auf das Medikament ansprechen. Andere Medikamente befinden sich in unterschiedlichen Phasen der klinischen Prüfung und werden möglicherweise in den nächsten Jahren zugelassen, schreibt die DGM auf ihrer Internetseite. Hoffnung bestehe unter anderem auf gentherapeutische Behandlungsansätze.

 

Stammzelltherapien noch nicht ausgereift

Daneben sorgen immer wieder Stammzelltherapien für Schlagzeilen. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Hinweisen, dass eine Stammzelltherapie theoretisch zur Verbesserung von ALS beitragen könnte, doch die konkreten klinischen Erfolge sind bisher bescheiden; zudem birgt eine Behandlung hohe Risiken. Allerdings laufen die Forschungen auf Hochtouren, und einige Studien zeigen vielversprechende Ansätze. Jedoch wird gleichzeitig auch vor Enttäuschungen gewarnt – und vor gravierenden Nebenwirkungen.

Bisherige therapeutische Ansätze konzentrieren sich auf die Linderung der einschneidenden Symptome. So können Physiotherapeuten versuchen, die Muskulatur so beweglich wie möglich zu halten. Neuerdings unterstützen auch Roboter ALS-Patienten.

Foto: © fotoliaxrender - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: ALS-Krankheit
 

Weitere Nachrichten zum Thema Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol kann im weiblichen Körper schneller Schäden anrichten als im männlichen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hin. So kommt es bei Frauen leichter zu alkoholbedingten Leberschäden. Als besonders schädlich gilt auch das Trinken in der Schwangerschaft.


Ältere Menschen haben oft mehrere Krankheiten und nehmen deshalb fünf und mehr Medikamente gleichzeitig ein. Oft hat aber keiner den Überblick, ob diese Mittel sich auch vertragen. Die Folge: Bis zu 30 Prozent der Krankenhauseinweisungen bei Senioren sind auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurückzuführen. Darauf weist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hin.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin