. Rückschau auf Infektionskrankeiten

10 Jahre Infektionsepidemiologisches Jahrbuch

Von EHEC bis zum Norovirus: Das Infektionsepidemiologische Jahrbuch fasst jedes Jahr die dem Robert Koch-Institut (RKI) übermittelten Informationen für die gut 50 meldepflichtigen Erkrankungen des Vorjahres zusammen. Jetzt ist es zum zehnten Mal erschienen. Die Jubiläumsausgabe enthält ausserdem eine Rückschau auf das vergangene Jahrzehnt.
10 Jahre Infektionsepidemiologisches Jahrbuch

RKI-Jahrbuch erfasst Infektionsgeschehen in Deutschland (Foto: © Gerd Altmann/ PIXELIO)

 

Wie viele EHEC-Erkrankungen gab es im Jahr 2010? Wie ist der Trend bei sexuell übertragbaren Erkrankungen? In welchem Bundesland traten die meisten Masernfälle auf? Wie häufig sind Norovirus-Ausbrüche? Das Infektionsepidemiologische Jahrbuch des Robert Koch-Instituts hat die Antworten darauf.

Für invasive Infektionen durch Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) liegen nun erstmals Meldedaten eines ganzen Jahres vor. Demnach wurden im Jahr 2010 insgesamt 3.977 Fälle mit Nachweisen von MRSA in Blut oder Rückenmarksflüssigkeit an das RKI übermittelt, darunter 349 Todesfälle. Diese Daten sind ein Indikator für die Gesamtbelastung aller MRSA-Infektionen im Krankenhaus und können zukünftig Hinweise geben, wo Massnahmen erforderlich sind.

Trends bei den meldepflichtigen Erkrankungen

Die 10-Jahres-Rückschau gibt einen Überblick, wie häufig meldepflichtige Erreger in der letzten Dekade regelmässig aufgetreten sind. Es werden auch Trends erkennbar, die nicht unbedingt zu erklären sind. So gingen z.B. Erkrankungen an Salmonellose über die letzten Jahre zurück, während Campylobacter-Infektionen zunahmen - beides sind Erkrankungen, die durch Lebensmittel übertragen werden.

Der hohe Nutzwert dieser Daten sei in erster Linie den meldenden Ärzten in Klinik, Praxis oder Labor, den anderen Meldepflichtigen und den Mitarbeitern der Gesundheitsämter und anderen Institutionen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes zu verdanken, betont Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts. "Das Beispiel EHEC hat aktuell die Bedeutung rascher und zuverlässiger Meldungen wieder einmal eindrucksvoll gezeigt."

Die PDF-Datei und Bestellhinweise für die Printversion sind abrufbar unter http://www.rki.de/.

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