. Welt-Schlaganfalltag 2016

Was man bei akutem Schlaganfall tun sollte

Was tun, wenn der Verdacht auf einen akuten Schlaganfall besteht? Die Deutsche Stiftung Schlaganfall-Hilfe gibt zum Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober wichtige Tipps.
Lieber einmal zu viel, als zu wenig: Bei Verdacht auf Schlaganfall sofort die 112 anrufen

Lieber einmal zu viel, als zu wenig: Bei Verdacht auf Schlaganfall sofort die 112 anrufen

Herabhängender Mundwinkel, Sprachstörungen und halbseitige Lähmungserscheinungen – diese Symptome sind mittlerweile in der Bevölkerung als Anzeichen für einen Schlaganfall gut bekannt. Weniger bekannt und eindeutig sind hingegen plötzliche Kopfschmerzen, Schwindel, Gangunsicherheit oder Übelkeit. Doch auch diese Allerwelts-Symptome können Ausdruck eines Schlaganfalls sein. Da sie oft falsch gedeutet werden, kommen zwei Drittel der Patienten zu spät, das heißt nicht innerhalb der ersten drei Stunden, in die Klinik. Dabei ist der Hirnschlag ein Wettlauf mit der Zeit. Denn bei einem ischämischen Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Immer mehr Nervenzellen sterben ab und wichtige Funktionen wie Bewegung und Sprache können verloren gehen.

Keine Angst vor falschem Alarm

„Um diesen Prozess zu stoppen, muss der Patient so schnell wie möglich in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Idealer Weise sollte das eine Klinik mit einer Stroke Unit, einer Schlaganfall-Spezialstation, sein“, sagt Experte Dr. Markus Wagner von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Viele Menschen haben Angst, einen falschen Alarm auszulösen und warten darum erst einmal ab. Diese Angst ist jedoch unbegründet. „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig! Niemand wird Ihnen böse sein“, sagt Wagner. Immerhin bestehe die Gefahr, dass jemand schwerstbehindert bleibe. „Zu langes Zögern oder nicht zu handeln sind die falschen Reaktionen“, betont der Experte.

Notrufnummer 112 wählen

Darum: Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sofort die Notrufnummer 112 wählen und das Stichwort „Schlaganfall“ sagen. Außerdem sollte man die fünf W-Fragen beantworten können: Was ist passiert? Wo ist es passiert? Wie viele Verletzte/Erkrankte gibt es? Welche Art der Verletzung/Erkrankung liegt vor? Und wer meldet den Notruf?

Unsicherheit besteht auch, was man selbst tun kann, bis der Rettungsdienst eintrifft. Hier rät der Experte, den Betroffenen zu beruhigen und zum Beispiel beengende Kleidung zu lockern. Auf keinen Fall sollte man Getränke oder Medikamente geben, weil der Schlaganfall oft Schluckstörungen auslöst. „Sollte der Betroffene bewusstlos sein, muss er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Wenn Atmung oder der Herzschlag aussetzen, muss sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden“, so Wagner.

Jeder dritte stirbt

In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Er ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter.

Foto: Deutsche Stiftung Schlaganfall-Hilfe

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schlaganfall , Neurologie

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaganfall

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Ein alter Herr ist bettlägerig. Er wird in den eigenen vier Wänden von seiner Tochter gepflegt. Wenn diese plötzlich krank wird, hat der Pflegebedürftige Anspruch auf eine stationäre Kurzzeitpflege.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Kinder bekommen normalerweise keinen Hautkrebs – es sei denn sie leiden an der seltenen Erbkrankheit Xeroderma Pigmentosum (XP). Gesundheitsstadt Berlin sprach mit dem XP-Spezialisten Prof. Steffen Emmert über die Fortschritte in der Diagnostik und die Suche nach einer wirksamen Therapie.
Mehr als jeder dritte Pflegebedürftige wird über Nacht zum Pflegefall. Angehörige müssen dann nicht nur die Pflege organisieren, sondern einen Berg an Bürokratie bewältigen. Töchter & Söhne-Gründer Thilo Veil will sie dabei unterstützen.
Prof. Dr. Diana Lüftner, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), über die Kampagne „Klug entscheiden“, ihre Bedeutung für Krebspatienten und warum Ärzte ein neues Bewusstsein für Über- und Unterversorgung brauchen.