. Multiple Sklerose

Vitamin D reduzierte Schübe bei MS

Die Gabe von Vitamin D kann die Anzahl der Schübe bei Multiple Sklerose (MS) reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, über die das Fachmagazin NeuroTransmitter berichtet.
Der Körper kann Vitamin D nur mit Hilfe von Sonnenlicht bilden

Vitamin D kann MS günstig beeinflussen

Niedergelassene Neurologen aus dem NeuroNetz für Norddeutschland hatten den Einfluss des Sonnenvitamins auf den Krankheitsverlauf bei 60 Patienten mit schubförmiger MS dokumentiert. Alle erhielten eine immunmodulatorische Therapie mit Präparaten wie Avonex, Betaferon, Copaxone, Extavia, Gilenya, Rebif oder Tysabri. Eine Hälfte der Probanden nahm zusätzlich täglich 1.000 I.E. Vitamin D3 als Nahrungsergänzungsmittel ein.

Unter Vitamin D sank die Zahl der Schübe: Die durchschnittliche Schubrate betrug über den gesamten Zeitraum von 24 Monaten
 in der Vitamin-D-Gruppe 1,3 Schübe und in der Kontrollgruppe 2,1 Schübe. Der EDSS-Wert, eine Skala, anhand derer der Schweregrad der MS-Erkrankung festgestellt wird - verbesserte sich in der Vitamin-D-Gruppe leicht, während er sich in der Kontrollgruppe im Verlauf leicht verschlechterte. Der Unterschied war aber nicht signifikant.

Vitamin D reduziert Schübe bei MS

Die Untersuchung belegt einen klaren Effekt von Vitamin D auf den Erkrankungsverlauf beziehungsweise die Erkrankungsaktivität bei schubförmiger MS, so das Fazit. Die NeuroTransmitter-Autoren verwiesen auch auf eine Studie von 2014. Danach zeigten sich Effekte der Vitamin-Gabe vor allem in frühen Stadien der Erkrankung.

So verringerte ein Anstieg des Vitamin-D-Spiegels um durchschnittlich 20 ng/ml innerhalb der ersten zwölf Monate nach den ersten Symptomen das Risiko für neue Gehirnläsionen sowie für einen neuen Schub um 57 Pozent. Zusätzlich nahmen die T2-Läsionen um 25 Prozent langsamer zu und der jährliche Verlust an Gehirnvolumen verringerte sich. 

 

Vitamin D beeinflusst Nervenwachstum und Entzündungsreaktionen

Vitamin D erfüllt im Organismus vielfältige regulatorische Funktionen. Es fördert einen Nervenwachstumsfaktor und bremst überschießende Entzündungsreaktionen. Der menschliche Körper kann Vitamin D, das in der Nahrung nur unzureichend vorhanden ist, selbst bilden, braucht dafür aber Sonnenlicht, genauer UVB-Strahlen.

Wie die Autoren des  Fachmagazins weiter schreiben, ist der Zusammenhang von Sonnenstrahlung und MS schon seit Jahrzehnten bekannt. Je geringer die Sonnenscheindauer, desto häufiger tritt die Autoimmunerkrankung auf. 

Foto: andriano_cz

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Vitamin D
 

Weitere Nachrichten zum Thema Multiple sklerose

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Wer unter Diabetes leidet und sich mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert, hat ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft gibt nun Ärzten Empfehlungen, worauf in diesem Fall zu achten ist.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.