. Herzinsuffizienz

So lässt sich Drehtür-Effekt bei Herzinsuffizienz verhindern

Patienten, die mit einer Herzinsuffizienz ins Krankenhaus kommen, werden oft kurze Zeit nach der stationären Behandlung erneut aufgenommen. Wie dieser Drehtür-Effekt verhindert werden könnte, untersuchten Forscher der McGill University in Montreal. Ihre Übersichts-Studie erschien in den Annals of Family Medicine.
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz sollte konsequent behandelt werden

Herzinsuffizienz führt oft zur erneuten Einweisung ins Krankenhaus

Dafür werteten sie bereits vorliegenden Untersuchungen aus, die sich mit stationären Wiederaufnahmen und Notfallbehandlungen bei Patienten mit Herzinsuffizienz beschäftigten. Die Patienten waren zwischen 60 bis 81 Jahre alt und wurden bis zu zwei Jahre nach ihrem ersten stationären Aufenthalt nachbeobachtet.

Nach der Entlassung werden üblicherweise 25 Prozent der Patienten in den ersten 30 Tagen und 50 Prozent innerhalb der ersten sechs Monate wieder eingeliefert. Ursachen: Die Patienten hielten sich aus Unkenntnis nicht an den Behandlungsplan oder nahmen ihre Medikamente nicht wie vorgeschrieben ein.

Überleitungspflege verringert Drehtür-Effekt bei Herzinsuffizienz

Auch in der Koordination zwischen dem behandelnden Arzt im Krankenhaus und dem Hausarzt oder Kardiologen vor Ort gab es Mängel: Auch wenn der niedergelassene Arzt einen Arztbrief erhalten hatte, waren die Informationen oft unzureichend.

Ergebnis: Eine sich an den ersten Krankenhaus-Aufenthalt anschließende Überleitungspflege kann die Risiken deutlich reduzieren. Die Wiedereinweisungsrate verringerte sich mit solch einer Form der Nachsorge um 8 Prozent, die Rate der Notfallbehandlungen um 29 Prozent.

 

Wirksamste Überleitungspflege ist der Hausbesuch

Am wirksamsten ist eine intensive Intervention wie ein Hausbesuch durch eine Schwester oder eine Pflegekraft kombiniert mit einer telefonischen Beratung und/oder einem Arztbesuch. Die Hausbesuche führten zu einem besseren Verständnis der Krankheit und der besseren Einhaltung des Behandlungsplans.

Dauert die Intervention länger als sechs Monaten an, waren auch die mittlere Intensität wirksam (Hausbesuch oder telefonische Betreuung plus Arztbesuch). Als nicht wirksam erwies sich generell eine wenig intensive Nachbetreung (telefonische Beratung oder Arztbesuch).

Foto: ArTo

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