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Psychische Erkrankungen: Junge Erwachsene und Alleinlebende erkranken häufiger

Der Deutsche Gesundheitssurvey (DEGS) fördert neue Erkenntnisse über den Zusammenhang von Lebensumständen und psychischen Erkrankungen zutage. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass junge Erwachsene und Alleinlebende besonders häufig an psychischen Störungen leiden.
Seelische Gesundheit

Junge Erwachsene und Alleinlebende leiden häufiger an psychischen Störungen

Junge Erwachsene, im Alter von 18 bis 34 Jahren, erkranken häufiger an psychischen Störungen als der Rest der deutschen Gesamtbevölkerung, stellte Prof. Dr. Hans-Ulrich Wittchen auf dem Ende November stattgefundenen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) fest. Die Adoleszenz scheint eine Hochrisikozeit für das Erstauftreten psychischer Störungen zu sein. Die komplexen Rollenaufgaben, mit denen junge Erwachsene im Wechsel der Lebensphasen konfrontiert sind, wie der Berufseinstieg und die Gründung einer Familie, scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen. Junge Frauen sind in dieser Lebensphase häufiger betroffen als ihre männlichen Altersgenossen. Mit zunehmendem Alter verringert sich der Unterschied jedoch wieder.

Risikofaktoren für psychische Erkrankungen

Eine feste Partnerschaft wirkt sich positiv auf die seelische Gesundheit aus. Menschen, die in festen Partnerschaften leben, leiden seltener an psychischen Störungen. Für Alleinlebende und Geschiedene hingegen erhöht sich das Risiko, an einer Depression, einer Suchterkrankung oder auch einer Angststörung zu erkranken. Überraschenderweise haben verwitwete Personen gegenüber denen, die in einer festen Partnerschaft leben, nur ein leicht erhöhtes Risiko, psychisch zu erkranken. Einen untergeordneten Einfluss auf die psychische Gesundheit haben das Wohnumfeld – städtisch oder ländlich – und die soziale Schicht, der jemand angehört.

Diese Erkenntnisse werden im kommenden Jahr von Wittchen und seinem Team an der Technischen Universität Dresden weiter erforscht.  Geplant ist unter anderem die Ergänzung der Ergebnisse durch qualitätsgesicherte Daten zu körperlichen Erkrankungen. Mittelfristig werden diese Erkenntnisse vor allem für die Prävention und Diagnose von psychischen Erkrankungen bedeutsam sein.

Foto: © Jeanette Dietl - Fotolia.com

 
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
 

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