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Prof. Dr. med. Petra Feyer

„Wer kein Ziel hat, kommt nicht an“, sagt eine Frau, die seit über 20 Jahren konsequent ein Ziel verfolgt: Den Krebs besiegen. Ihre Waffe im Kampf gegen diese heimtückische Krankheit ist die Strahlentherapie und Radioonkologie – ein Feld, das in den letzten Jahren immense Fortschritte bei der Behandlung von Tumorpatienten gemacht hat.

Prof. Dr. med. Petra Feyer

Feldzug gegen den Krebs

„Strahlentherapie und Radioonkologie ist eine Disziplin, die interdisziplinär mit jedem Fachgebiet kooperiert, so dass auf der einen Seite der Mensch als Ganzes im Vordergrund steht, auf der anderen Seite aber auch hohes technisches Know-how mit modernsten Geräten die optimalen Strategien für die Therapie unserer Tumorpatienten ermöglicht“, erklärt Prof. Dr. Petra Feyer, Direktorin der Klinik für Strahlentherapie, Radioonkologie und Nuklearmedizin von Vivantes. Sie selbst hat diese Klinik zu einer der führenden Kliniken auf diesem Gebiet in Berlin ausgebaut und im Sinne einer noch besseren Patientenversorgung umstrukturiert. Alle modernen Behandlungsoptionen bietet sie an, auch unterstützende und begleitende Maßnahmen für die Tumorpatienten, die helfen sollen, die Therapie besser zu tolerieren.

Schritt halten mit der Zeit

Zurücklehnen kann sie sich die Direktorin deshalb nicht. Wer in der ersten Reihe bleiben will, muss permanent nachjustieren, muss sich laufend auf neue Gegebenheiten einstellen, muss Schritt mit der enormen Geschwindigkeit der technischen Entwicklung halten können. Eine Lebensaufgabe ist es, neue technische Methoden der Bestrahlung aufzubauen, um mit noch genauerer Bestrahlung gesundes Gewebe zu schützen und die Tumorzellen noch besser vernichten zu können. Noch ein weiterer Feind macht Petra Feyer an dieser Front das Leben schwer. Es sind die hohen Kosten für den technischen Fortschritt. „Die Finanzierung des medizinisch-technischen Fortschritts lässt sich in der Praxis nicht so schnell wie gewünscht umsetzen“, bedauert sie. Sorgen mache ihr das, klar, aber auf zu viel Positives kann sie blicken, als dass Probleme ihren Optimismus dämpfen könnten.

„Krebs verliert mit zunehmenden Heilungschancen seinen Schrecken“, sagt sie. „Mit den modernen Methoden sind wir heute in der Lage über 50 % der Patienten zu heilen und die aggressiven Therapien durch unterstützende begleitende Maßnahmen erträglich zu gestalten. Die Dankbarkeit und das Lächeln der Patienten sind unwiederbringbare Anerkennung für das Geleistete.“ Solche Momente sind es, aus denen sie viel Energie zieht und es schafft, ihren Patienten immer wieder Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln.

Kampf an viel Fronten

Das Leben einer Petra Feyer ist der Feldzug gegen den Krebs. Auf diesem Feldzug hat sie es geschafft, an den Unikliniken in Leipzig, Berlin und Köln die Ganzkörperbestrahlung als Therapieoption für Patienten mit Leukaemien und Lymphomen in Vorbereitung der Durchführung einer Knochenmarkstransplantation aufzubauen. Eines ihrer Steckenpferde auf diesem Feldzug ist die Supportivtherapie. So ist sie Vorsitzende des Arbeitskreises „Supportive Maßnahmen in der Onkologie“ (ASO) innerhalb der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), den sie selbst mit aufgebaut hat, sowie Sekretär der Multinational Association of Supportive Care in Cancer (MASCC) und Vorsitzende der AG Nebenwirkungen/Supportivtherapie innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO).

Zudem ist sie stellvertretende Vorsitzende der Berliner Krebsgesellschaft. Kaum eine Veranstaltung in Berlin zum Thema Krebs, bei der ihr Name nicht gelistet ist, auch bei nicht-wissenschaftlichen Veranstaltungen für ein breites Publikum, ist sie dabei, um aufzuklären und die Bevölkerung mehr für das Thema Vorsorge zu sensibilisieren.

Der Beruf als Berufung

Ihr Feldzug gegen den Krebs begann mit dem Medizinstudium. Ihr Wunsch, den Patienten zu helfen, und die Verbindung von Mensch und Technik, das habe sie an der Radioonkologie so fasziniert, weshalb sie gleich den Facharzt für Radiologie ans Studium drangehängt hat. Zehn Jahre arbeitet sie als Fach- und Oberärztin in der Radionkologie an der Universität Leipzig – in diese Zeit fallen Forschungsaufenthalte in London, Glasgow und Heidelberg – bevor sie 1994 habilitiert und an die Charité Berlin zur Privatdozentin in die Poliklinik für Strahlentherapie berufen wird. Mit besonderem Stolz blickt sie auf ihre Berufung zum C-3 Professor für Radioonkologie an die Universität zu Köln im Jahr 1999. Ein Jahr später dann wird sie zur Direktorin der Klinik für Strahlentherapie, Radioonkologie und Nuklearmedizin am Vivantes-Klinikum Berlin- Neukölln ernannt, das Mitglied des Tumorzentrums Berlin ist.

„Ich sehe meinen Beruf als Berufung und Aufgaben diesbezüglich werden zum Teil zum Lebensinhalt“, gesteht Petra Feyer, die Ehe und Beruf in Einklang bringt, indem sie Prioritäten setzt. Mit Reisen und Ausdauersport sorgt die Zielstrebige für einen freien Kopf und körperlichen Ausgleich. „Leistung und Erholung müssen im Gleichmaß stehen“, sagt sie – sonst kommt auch der, der ein Ziel hat, nicht an. 34 Berlin Medical Berliner Porträts Prof. Dr. med. Petra Feyer

Beatrice Hamberger
Berlin Medical 02–Februar 2007