Wann ist ein Prozess ein Prozess?

Was bitte ist ein Prozess? Mit dieser Frage fängt alles an, wenn die ARUMBABerater ins Krankenhaus gerufen werden. Je mehr Leute mit am Tisch sitzen, desto mehr Antworten gibt es auf diese Frage – scheinbar. Es ist die Aufgabe der Prozessberater, hier die Spreu vom Weizen zu trennen, zu erkennen, was wirklich ein Prozess ist und was nicht. In der Regel gebe es nur fünf oder sechs Hauptprozesse, sagt Ragnhild Morgenstern, Geschäftsführerin der ARBUMA Consulting GmbH. Alles andere seien Nebenprozesse, oft seien es zu viele.
Eine sorgfältige Analyse ist der erste Schritt eines langen Beratungsprozesses,
der von einigen Monaten bis zu zwei Jahren dauern kann. Am Ende steht immer die Veränderung, sei es in Abläufen, Strukturen oder Strategien. Schließlich
werden die ARBUMA-Berater gerufen, weil es irgendwo klemmt, weil etwas
nicht so läuft, wie es laufen könnte. Oder, weil eine Lücke zwischen Ausgaben
und Einnahmen klafft. Ein Teil der Therapie ist schon vorprogrammiert: die
Einbindung der Mitarbeiter in die Prozessberatung, und zwar von Anfang an.
Als umsetzungsorientierte Beratung bezeichnet Ragnhild Morgenstern ihre
Dienstleistung und erklärt, warum gerade die Umsetzungsorientierung so wichtig ist: „Das tollste Konzept macht keinen Sinn, wenn es nicht in die Unternehmenskultur passt. Deshalb entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden realistische Ziele, die dann von den Mitarbeitern auch mitgetragen werden.“ Und weiter sagt sie: „Wir sind erfolgreich, wenn wir die Fachkompetenz unserer Kunden mit unserer Methodenkompetenz ergänzen können.“
Methodenkompetenz ist zum Beispiel die Erkenntnis, dass sich sehr wohl auch
im Krankenhaus Prozesse standardisieren lassen. Diese Erkenntnis einem alt
gedienten Chefarzt zu vermitteln, ist nicht immer einfach. Dr. Matthias Keilich,
Geschäftsstellenleiter der ARBUMA Consulting Berlin, kennt den anfänglichen
Widerstand nur allzu gut. Den Satz, dass Patienten keine Autos sind, die man nach Schema F auf dem Fließband zusammenmontiert, hat er schon oft gehört.
Mit viel Fingerspitzengefühl und langjährigem Know-how als Arzt und Berater,
hat er diesem Argument schon genauso oft den Wind aus den Segeln genommen. Eine amerikanischen Studie kommt ihm da zu Hilfe: Der Studie zu
Folge sind sogar in einer Notfall-Ambulanz 80 Prozent der Abläufe standardisierbar. So sehen es auch die ARBUMABerater.
„Wir wollen dem Arzt nicht vorschreiben, wie er zu operieren hat, aber
bestimmte Abläufe sind auch im OP-Saal immer gleich, und für die kann man feste Regeln aufstellen“, sagt Dr. Keilich.
„Standardisierung fängt im Großen an, die Details bestimmt der Arzt.“
So ist nach Ansicht der ARBUMA-Berater mit Standardisierung im Krankenhaus ein Rahmen gemeint, der alle Teilschritte zusammenhält, der vieles vereinfacht
und sogar Fehler zu vermeiden hilft. Fehlt so ein verlässlicher Rahmen, kann
es passieren, dass der Patient zum Beispiel noch vor seiner Patientenakte im
OP-Saal eintrifft, ohne die aber wird niemand operiert. Taucht die Akte nicht
auf, muss die OP abgeblasen werden. „Solche Pannen sind absolut überflüssig,
weil vermeidbar“, so der Kommentar von Matthias Keilich.
In einem aktuellen ARBUMA-Projekt geht es darum, Transparenz in die Erlösund
Kostensituation einer Notfallambulanz zu bringen. Was der Kunde aus der
gewonnen Transparenz macht, bleibt ihm überlassen, da mischt sich ARBUMA
nicht ein. „Es ist nicht unser Job dem Kunden vorzuschreiben, wie viel Antibiotika er zu verschreiben hat, vielmehr zeigen wir auf, wo welche Kostenblöcke entstehen und liefern ihm so eine wichtige Entscheidungs-grundlage.“ Mit solchen Argumenten kann Keilich selbst hart gesottene Widerständler überzeugen und sie zu Verbündeten machen. Hilfreich dabei ist auch die Tatsache, dass die ARBUMA-Mitarbeiter während der Projektphase immer vor Ort und sichtbar für den Kunden sind. „Unsere Präsenz vor Ort ist extrem wichtig, um unsere Projekte zügig und vor allem erfolgreich voranzutreiben“, ist Ragnhild Morgenstern überzeugt. Dafür spricht auch ein
Zitat von Henry Ford, das ARBUMA zu einer Art Unternehmensphilosophie auserkoren hat: „Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“
Das Berliner Projekt: Bessere Pflege und Einsparungen in Millionenhöhe
Bekannt geworden ist ARBUMA durch das so genannte „Berliner Projekt“, das nun schon seit zwölf Jahren als Modellprojekt im Pflegebereich läuft. Das Konzept sieht eine intensive Pflege von chronisch kranken und multimorbiden Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen rund um die Uhr vor. Fest angestellte Ärzte bzw. niedergelassene Mediziner mit besonderen Kooperationsvereinbarungen sind jederzeit vor Ort. ARBUMA nahm hier die sektorenübergreifende Prozesse ins Visier und konnte belegen, dass sich die enge Kooperation von Pflegeheim und Ärzten für die Krankenkassen lohnt. Im Jahr 2006 konnte allein die AOK Berlin bei den 38 teilnehmenden Projekteinrichtungen 2,6 Millionen Euro.
Mit der Beteiligung von Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, der Berliner Krankenhausgesellschaft und dem Verband privater Kliniken
und Pflegeeinrichtungen Berlin-Brandenburg sind am Berliner Projekt so gut wie alle Sektoren beteiligt. Und genau hier will Geschäftsführerin Morgenstern einen Trumph in ihren Händen wissen. „Unsere Stärken liegen insbesondere darin, sektorenübergreifende, interdisziplinäre Prozesse neu zu denken und zu optimieren.“ Heute hat ARBUMA so viel Know-how gesammelt, dass das
Consulting-Unternehmen in der Lage ist, Benchmarks durchzuführen – also Prozesse mit ähnlichen Prozessen zu vergleichen. Erforderliche IT-Lösungen etwa für das Kostencontrolling werden vom Schwesterunternehmen der AGON Solutions in Eschborn entwickelt.
In Brandenburg hat ARBUMA soeben Kliniken, Reha-Einrichtungen und Hilfsmittel-Versorger miteinander verzahnt sowie alle Schritte von poststationär bis hin in den häuslichen Bereich standardisiert. Das Modell soll neben Einsparungen in erster Linie Qualitätsvorteile für gesetzlich versicherte Patienten bringen. Der Kommentar eines Chefarztes, der Standard seiner Privatpatienten ginge bei diesem Projekt flöten, dokumentiert zumindest den Qualitätsvorteil.
Seit etwa 25 Jahren hat sich das 1959 in Hamburg gegründete Unternehmen
als Partner der Gesundheitswirtschaft aufgestellt; 1998 schließlich ein Büro in
Berlin eröffnet, weil einerseits die AOK Berlin ein wichtiger Kunde war, aber
vielmehr noch, weil Berlin zur Stadt der gesundheitspolitischen Entscheidungen
wurde. Neben der Gesundheitsbranche berät ARBUMA Consulting noch die
Luftfahrtindustrie und führt für Airbus seit 15 Jahren Prozess-Trainings durch.
Bemerkenswerterweise ist die Luftfahrtindustrie genau die Branche, die gerne
als Vorbild für die Gesundheitswirtschaft gesehen wird.
Weitere Informationen:
ARBUMA wurde 1959 von Bruno Urban in Hamburg gegründet, seit 1981
führt sein Sohn Jürgen Urban, der heute von seinen beiden Söhnen unterstützt
wird, das mittelständische Familienunternehmen. Zu ARBUMA gehören
die ARBUMA Consulting GmbH, die ARBUMA Management GmbH und Agon
Solutions GmbH. ARBUMA hat Niederlassungen in Hamburg, Frankfurt, Berlin
und Wien.
ARBUMA präsentiert sich auf dem Hauptstadtkongress 2010 in Berlin
Zum 3. Mal in Folge ist die ARBUMA Consulting GmbH auch in diesem Jahr wieder
auf dem Haupstadtkongress 2010 Medizin und Gesundheit vom 05. bis 07. Mai
2010 im ICC Berlin vertreten.
Als Mitglied des BMC Bundesverband Managed Care e.V. (BMC) ist die ARBUMA
Consulting GmbH auf dem mit 180m2 größten Gemeinschaftsstand (Stand B03
Brückenvoyer) mit ihrer eigenen Ausstellungsfläche zu finden.
DR. MATTHIAS KEILICH MBA, Geschäftsstellenleiter Berlin der ARBUMA Consulting
GmbH, wird am Freitag den 07. Mai 2010 um 12 Uhr zum Thema: „In Zukunft
nur Zuweiserkrankenhaus? Perspektiven für Grund- und Regelversorger“ referieren.

