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02.05.2011

Gefäßtachometer misst Blutfluss

Berliner forschen entwickeln neues Ultraschallverfahren für Gefäßpatienten

Forscher der Charité, des Gefäßzentrums Berlin und des Max-Delbrück-Zentrums haben ein optimiertes Ultraschallverfahren entdeckt, das erstmals messen kann, wie schnell das Blut in der Arterie maximal beschleunigt und entschleunigt wird. Das neue Verfahren soll dabei helfen, den Zustand der Durchblutung bei Gefäßpatienten genauer und einfacher darzustellen.

Neues Ultraschallverfahren aus Berlin (Foto: Barmer GEK)

Neues Ultraschallverfahren aus Berlin (Foto: Barmer GEK)

Das neue Verfahren besteht aus einem Ultraschall- und einem Zusatzgerät - dem Gefäßtacho. Mit einer Ultraschallsonde wird von außen an der Halsschlagader, im Bereich des Ohres, in der Leiste oder im Kniebereich gemessen. Der Gefäßtacho ermittelt, wie hoch die maximale Beschleunigung und Entschleunigung des Blutes ist. Dieser neue Messwert gibt genauer Auskunft, wie es um die Durchblutung des Patienten bestellt ist. Damit können Gefäßerkrankungen möglicherweise schon viel früher entdeckt werden, ohne dass Patienten eine aufwendigere Farbdoppleruntersuchung oder Angiographie, bei der Kontrastmittel gespritzt wird, benötigen.

Außerdem sollen mit dem Gerät Therapieerfolge überwacht werden. Durch Bewegung, besonders durch individuell angepassten Gefäßsport, werden körpereigene Kollateralen –„biologische Bypässe“ – zum Wachstum angeregt. Der Gefäßtachometer kann dazu dienen, das Wachstum der Ersatzgefäße nach diesem Training zu überprüfen. „Durch diese genaueren Daten kann man wahrscheinlich in Zukunft z.B. Patienten mit einer PAVK ein maßgeschneidertes und damit erfolgreicheres Gefäßtraining ermöglichen“, meint Prof. Karl-Ludwig Schulte, Chefarzt am Gefäßzentrum Berlin des Königin Elisabeth Herzberge Krankenhauses.

In zwei Studien prüft Prof. Schulte zusammen mit PD Dr. Ivo Buschmann (Charité) und Forschern des Max-Delbrück-Zentrums derzeit den Gefäßtachometer in seinen Einsatzmöglichkeiten. Die Studien werden gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg und dem Park Klinikum in Bad Krozingen durchgeführt und schließen jeweils bis zu 200 Patienten ein.

Patienten mit einer Karotisstenose oder einer PAVK können sich über die Studien unter herzhose[at]charite.de informieren und sich über Tel: 030/450 525 326 anmelden.