Ayurveda – mehr als Wellness
Indisches Gesundheitsministerium lässt in Berlin forschen
Die Ayurveda-Medizin ist von der WHO als medizinische Wissenschaft anerkannt und wird weltweit an medizinischen Universitäten systematisch erforscht. Berlin nimmt dabei eine zentrale Rolle ein: Am Immanuel Krankenhaus wird derzeit ein Forschungsprojekt zur Wirksamkeit von Ayurveda bei Kniegelenksarthrose durchgeführt – unterstützt vom indischen Gesundheitsministerium.Ayurveda bedeutet aus der indischen Sanskritsprache übersetzt „das Wissen vom Leben“ und ist die weltweit älteste Gesundheitslehre mit durchgehender Tradition. Dahinter stecken komplexe Konzepte zu Gesundheitserhaltung und Krankheitsentstehung.
Am Immanuel Krankenhaus Berlin hat die traditionelle indische Medizin seit Jahren ihren festen Platz. Dr. med. Christian Kessler, Leiter der Abteilung Naturheilkunde, erklärt, warum: „Die bisher vorliegenden Erfahrungen und erste wissenschaftliche Daten lassen darauf schließen, dass Ayurveda vor allem bei chronischen Krankheiten wie Arthrose, Rheuma, Magen-Darm-Erkrankungen, Schmerzsyndromen, neurologischen Erkrankungen und Allergien zu empfehlen ist. Darüber hinaus eignet sich Ayurveda aufgrund seiner ganzheitlichen Herangehensweise auch ausgesprochen gut für die Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen, Burnout-Syndrom und chronischen Erschöpfungszuständen.“
Zudem verfolge die Ayurveda-Medizin auch das Ziel, Krankheit gar nicht erst entstehen zu lassen, sondern individuelle Gesundheit auf Dauer zu erhalten. „Ayurveda könnte daher ein vielversprechender Ansatz zur Prävention der großen Zivilisationskrankheiten sein.“
Weltweit ist die indische Medizin mittlerweile ins Visier der Forscher gerückt. Am Immanuel Krankenhaus Berlin wird zum Beispiel seit 2010 ein vom indischen Gesundheitsministerium gefördertes Forschungsprojekt zur Wirksamkeit von Ayurveda bei Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) durchgeführt. „Dieses Forschungsprojekt wird nach den modernsten Standards wissenschaftlicher Leitlinien durchgeführt und wird wegweisend für zukünftige Ayurveda-Forschung sein“, so Kessler weiter. Eine erste Pilotphase mit 60 Patienten sei abgeschlossen, jetzt werden weitere Studienteilnehmer gesucht.
