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24.04.2015

Migräne: Lokale Betäubung kann helfen

Eine neue Methode macht Migräne-Patienten Hoffnung. Offenbar kann eine lokale Betäubung von Nerven an der Nasenwurzel einen akuten Migräneanfall dämpfen sowie die Intensität nachfolgender Attacken mildern.
Lokale Betäubung bei Migräne

Millionen Deutsche leiden unter Migräne

Rund zehn Prozent der Deutschen leiden immer wieder unter Migräneanfällen. Dabei treten starke, meist einseitige, pochende oder pulsierende Kopfschmerzen auf, die oft von Beschwerden wie Licht- und Lärmempfindlichkeit, Sehstörungen und Übelkeit begleitet werden. Neben speziellen Medikamenten hilft dann meist nur absolute Ruhe. Ein Migräneanfall kann zwischen einigen Stunden und mehreren Tagen dauern. Heilbar ist Migräne bislang nicht.

Lokalanästhetikum reduziert Schmerz

Forscher des Albany Medical Centers in New York haben nun eine neue Methode getestet, die nicht nur den akuten Migräneanfall mildern, sondern auch für mehrere Wochen die Schmerzanfälle reduzieren soll. Dabei wird ein Nervenknoten an der Nasenwurzel mit einem Lokalanästhetikum (Lidocain) betäubt. An der Studie nahmen 112 Patienten teil, die immer wieder unter schweren Migräneanfällen oder Clusterkopfschmerzen litten.

Bei der Behandlung wird das Betäubungsmittel durch eine Nasensonde in das Ganglion pterygopalatinum an der Nasenwurzel eingebracht. Diesem Nervenknoten wird schon seit einiger Zeit eine Rolle bei der Entstehung von Migräne zugeschrieben. Schon am Tag nach der Behandlung berichteten die Teilnehmer von einer deutlichen Schmerzreduktion, und noch 30 Tage nach der Therapie war eine Verbesserung der Kopfschmerzen zu verzeichnen. Vier Wochen nach der Behandlung hatten 88 Prozent der Teilnehmer deutlich weniger oder gar keine Schmerzmittel mehr eingenommen. Bei sechs Prozent schlug die Behandlung allerdings überhaupt nicht an.

 

Migräneanfall durchbrechen

Lidocain kann über die Blockade der Natriumkanäle die Schmerzauslösung stoppen und somit den Ablauf des Migräneanfalls unterbrechen. „Die Applikation von Lidocain an das Ganglion pterygopalatinum wirkt wie ein Reset-Knopf für den Migräne-Schaltkreis“, erklärt Dr. Kenneth Mandato, einer der Studienautoren. „Selbst wenn die anfängliche Betäubung durch das Lidocain abklingt, hat der Migräneauslöser nicht mehr den gleichen, starken Effekt wie vor der Behandlung.“

Nebenwirkungen haben die Forscher nur wenige festgestellt. Die Behandlung erfolgt minimalinvasiv und ist daher im Allgemeinen gut verträglich. In einer Langzeitstudie wollen die Wissenschaftler nun prüfen, wie lange die einmalige Behandlung mit Lidocain die Schmerzanfälle reduzieren kann. Die Behandlung könnte in Zukunft eine Therapieoption für Patienten darstellen, bei denen Schmerzmittel bisher nur eine unzureichende Linderung brachten und deren Lebensqualität durch die Migräneattacken erheblich eingeschränkt ist.

Foto: © contrastwerkstatt - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
 

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