. Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Mehr Menschen mit Behinderung haben einen Job

Mehr als 1,15 Millionen Menschen mit Behinderung sind aktuell erwerbstätig. Das sind so viele wie nie zuvor, wie das Inklusionsbarometer der Aktion Mensch zeigt. Doch nicht alle Betroffenen profitieren vom wirtschaftlichen Aufschwung.
Mehr Menschen mit Behinderung haben einen Job

Inklusionsbarometer 2015: Die Inklusion am Arbeitsmarkt macht kleine Fortschritte

Das aktuelle Inklusionsbarometer der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institute (HRI) zeigt einen positiven Trend: So sind gegenüber dem Jahr 2013 heute eineinhalb Prozent mehr Menschen mit Behinderung in Arbeit. Insgesamt sind das 1,15 Millionen Menschen. Darunter ist auch die Rekordzahl von 1,016 Millionen besetzten Pflichtarbeitsplätzen. Das bedeutet, dass die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung auf 4,67 (Vorjahr: 4,64) zulegt und näher an die gesetzliche Vorgabe von 5 Prozent rückt. Auch die Zahl der Unternehmen, die unter die Beschäftigungspflicht fallen, ist um mehr als 4.000 auf fast 150.000 gestiegen, wie das Inklusionsbarometer zeigt. Weitere 138.000 Menschen sind in Betrieben mit weniger als 20 Mitarbeitern beschäftigt.

Anlass zu Optimismus

"In vielen Teilbereichen sind Entwicklungen zu erkennen, die zu vorsichtigem Optimismus Anlass geben", sagt Prof. Bert Rürup, Präsident des HRI, mit Blick auf die aktuellen Zahlen. Diese zeigen jedoch auch, dass es sehr große Unterschiede unter den Erwerbstätigen gibt: Von den Menschen mit einer körperlichen Behinderung haben 67 Prozent einen Job. Bei chronisch Kranken sind es nur 25 Prozent und bei Menschen mit Sinnesbehinderung – wie etwa Blindheit - oder einer psychischen Behinderung nur jeweils 7 Prozent. Das Schlusslicht bilden Menschen mit geistiger Behinderung mit einem Prozent. „Für Menschen mit einer geistigen Behinderung ist der erste Arbeitsmarkt weitgehend verschlossen“, sagt Armin von Buttlar von „Aktion Mensch“. 

 

Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Schwerbehinderung gestiegen

Von Buttlar kritisiert zudem, dass die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderung mit 13,9 Prozent immer noch doppelt so hoch ist wie in der Gesamtbevölkerung. Hinzukommt, dass die Zahl der Arbeitslosen mit Schwerbehinderung um 3.000 auf 181.110 gestiegen ist. Zudem dauert die Arbeitssuche 96 Tage länger als bei Arbeitslosen ohne Behinderung. 2013 lag der Schnitt noch bei 95 Tagen.

Für das Inklusionsbarometer wurden auch Unternehmen befragt. Demnach wollen nur zehn Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden zwei Jahren weitere Mitarbeiter mit Behinderung in ihrer Firma einstellen. Allerdings sehen mehr als drei Viertel aller Unternehmer (77 %) keine Leistungsunterschiede zwischen den Beschäftigten mit und ohne Behinderung. Armin von Buttlar: „Menschen mit Behinderung könnten noch viel stärker vom Aufschwung am Arbeitsmarkt profitieren.“

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

Weitere Nachrichten zum Thema Menschen mit Behinderung

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
 
. Weitere Nachrichten
Nicht erst in Coronazeiten gilt Fieber als wichtiger Indikator für krankhafte Prozesse im Körper. Dabei sind gewisse Schwankungen der Körpertemperatur normal. Viele Menschen sind sich jedoch unsicher, ab welchen Werten man sich Sorgen machen sollte.
 
 
. Interviews
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.