. Erster Internationaler Tag der Patientensicherheit

Mehr Hygiene ist zentral für Patientensicherheit

Viele Krankenhausinfekte sind vermeidbar. Darauf weist das Aktionsbündnis Patientensicherheit im Vorfeld des ersten Internationalen Tages der Patientensicherheit hin, den das Bündnis zusammen mit seinen Partnern in der Schweiz und Österreich für den 17. September ausgerufen hat.
Mehr Patientensicherheit durch mehr Klinikhygiene

Konsequente Hygiene steigert die Patientensicherheit und senkt Infektionsrisiken

Zwischen 400.000 und 600.000 Patienten infizieren sich nach Angaben des Aktionsbündnisses in deutschen Krankenhäusern jedes Jahr mit Keimen. Eine entzündete Operationswunde, ein infiziertes künstliches Hüftgelenk oder eine Pneumonie können die unerwünschte Folgen sein. Besonders treffen diese Komplikationen alte und sehr junge Patienten, chronisch Kranke und durch große Operationen Geschwächte.  Für mindestens 7500-15.000 der Betroffenen ende die Infektion tödlich. Ein Drittel der Infektionen gilt den Angaben zufolge als vermeidbar.

Infektionen mit sorgfältiger Krankenhaushygiene vermeiden

An der Infektionsprävention will das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) daher mit seinem 1. Internationalen Tag der Patientensicherheit ansetzen. „Patienten sind auf die Sorgfalt Dritter bei der Durchführung der Krankenhaushygiene angewiesen“, sagt Professor Hartmut Siebert, stellvertretender Vorsitzender des APS. Trotz der Fortschritte in den letzten Jahren sieht er noch Handlungsbedarf auf allen Ebenen. Das APS unterstützt zum Thema Hygiene und Infektionsprävention unter anderem die „Aktion saubere Hände“. Zudem hat das Bündnis ein neues Positionspapier mit dem Titel „Infektion Prävention Initiative“ (IPI) entwickelt. Darin wird die für Klinikhygiene notwendige Personalausstattung thematisiert.

Mit dem 1. Internationalen Tag der Patientensicherheit möchte das APS auf die vielen Initiativen und Fortschritte in Kliniken, Praxen oder Pflegeeinrichtungen hinweisen und dafür sorgen, dass sie in die Breite getragen werden und systematisch Anwendung finden können. Weit über 170 Einrichtungen des Gesundheitswesens, Krankenkassen, Patientenorganisationen, Unternehmen und Institutionen beteiligen sich bundesweit an dem Aktionstag.

23 Millionen Händedesinfektion pro Jahr bei Vivantes in Berlin

In Berlin wirkt unter anderem der kommunale Klinikkonzern Vivantes mit. Rund 70.000 Liter Händedesinfektionsmittel werden dort pro Jahr verbraucht. Das entspricht laut Vivantes mehr als 23 Millionen Händedesinfektionen. Als APS-Gründungsmitglied veranstaltet Vivantes am 17. September eine berlinweiten Info-Kampagne zum Thema „Händehygiene“. An vier großen Einkaufszentren werden Tücher zur Händedesinfektion und Wunddesinfektionsfläschen verteilt und über die Bedeutung von Hygiene informiert.

Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des APS, freut sich über die rege Beteiligung an dem Aktionstag. Ihr Appell: „Der Kampf gegen Keime ist ein Kampf an vielen Fronten und geht jeden an. Alle Akteure sollten hier deshalb ihre Verantwortung wahrnehmen: Gesetzgeber, Kostenträger, Krankenhausträger, Industrie, Ärzte, Pfleger, Patienten und Angehörige.“

Foto: Tom-Hanisch - Fotolia.com

Weitere Nachrichten zum Thema Mit Händehygiene gegen Klinikkeime

| Nicht nur Ärzte und Pfleger müssen auf sorgfältige Händehygiene achten, um Klinikinfektionen besonders mit multiresistenten Keimen zu vermeiden. Auch die Patienten sollten dazu angehalten werden. Das ist das Ergebnis einer US-Studie, die im Vorfeld des Welthändehygienetages am 5. Mai erschien.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Intermittierendes Fasten oder eine ketogene Ernährung können bei Multipler Sklerose Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Charité-Forscher Dr. Markus Bock leitete.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Warum Zecken mittlerweile auch in unseren Gärten zu finden sind, wie man sich vor ihnen schützen kann und ob eine Impfung sinnvoll ist, erklärt die Parasitologin Prof. Ute Mackenstedt im Interview mit Gesundheitsstadt Berlin.