. Ernährung

Low Carb oder Low Fat? Diäten im Vergleich

Low Carb oder Low Fat – was hilft besser abzunehmen? Das wollten US-Forscher wissen und werteten Diät-Studien aus.
Abnehmen

Zum neuen Jahr nehmen sich viele vor, etwas abzuspecken

Wissenschaftler von der Harvard Medical School in Boston überprüften die Daten aus 53 randomisierten klinischen Studien mit 68.128 Teilnehmern: Diese unterzogen sich einer fettreduzierten oder fettreicheren Diät. Studien, in denen die Probanden Nahrungsergänzungsmittel oder Mahlzeitenersatzgetränke, also Pulver, die mit Wasser oder Milch angerührt werden, zu sich nahmen, wurden ausgeschlossen.

Ergebnis: Eine kohlenhydratärmere und fettreichere Diät (Low Carb) führte zu einem größeren Gewichtsverlust als eine fettarme Diät (Low Fat) – und zwar nach über einem Jahr. Die Teilnehmer in der Low-Carb-Gruppe waren zu dem Zeitpunkt etwa zweieinhalb Pfund leichter.

Nicht ganz auf Kohlenhydrate verzichten

Von einem völligen Verzicht auf Kohlenhydrate rät Dr. Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam allerdings ab. Der menschliche Körper sei an Ballaststoffe und Vitamine aus Getreide-Produkten gewöhnt.

Er empfiehlt, 40 bis 50 Prozent der Ernährung mit Kohlenhydraten abzudecken. Von Vorteil seien langsam resorbierbare Kohlenhydrate, wie sie zum Beispiel in Vollkornbroten mit ganzen Körnern enthalten sind. „Sobald Körner gemahlen sind, sind sie nicht mehr langsam resorbierbar“, sagt der Wissenschaftler.

Hülsenfrüchte liefern lang resorbierbare Kohlenhydrate

Bei Produkten mit viel Stärke wie Reis, Weißbrot, Nudeln und Kartoffeln werden die enthaltenen Kohlenhydrate schnell aufgenommen und machten rasch wieder Hunger, erläutert Pfeiffer.

Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte liefern hingegen lang resorbierbare Kohlenhydrate. Weil sie auch Mikronährstoffe, Vitamine und Ballaststoffe enthalten, sind diese Produkte laut Pfeiffer eine gute Ergänzung für einen gesunden, ausgewogenen Speiseplan. Die richtige Ernährung ist besonders auf bei bestimmten Erkrankungen wichtig.

Low Carb oder Low Fat? Diät sollte langfristig wirken

Ob Low Carb oder Low Fat: Hauptproblem beim Abnehmen ist nicht der kurzfristige Gewichstverlust, sondern das langfristige Halten des erreichten Gewichtes. Wer nach einer erfolgreichen Diät wieder so futtert wie vorher, hat die Pfunde schnell wieder drauf.

Der berühmte Jojo-Effekt lässt sich nur mit einer langfristigen Ernährungsumstellung vermeiden. Gerade deshalb sollte auch die Diät an die kulturellen und Lebensmittel-Präferenzen des Einzelnen angepasst sein, rät Harvard-Forscher Hu. Die entsprechende Studie wurde im Fachmagazin Lancet veröffentlicht.

Foto: Ralf Kalytta/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diät

Weitere Nachrichten zum Thema Diät

| Diabetes 2 ist durch eine Radikal-Diät heilbar. Das besagen zwei Studien einer englischen Forschergruppe, über die die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) berichtet.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Ein alter Herr ist bettlägerig. Er wird in den eigenen vier Wänden von seiner Tochter gepflegt. Wenn diese plötzlich krank wird, hat der Pflegebedürftige Anspruch auf eine stationäre Kurzzeitpflege.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Interviews
Kinder bekommen normalerweise keinen Hautkrebs – es sei denn sie leiden an der seltenen Erbkrankheit Xeroderma Pigmentosum (XP). Gesundheitsstadt Berlin sprach mit dem XP-Spezialisten Prof. Steffen Emmert über die Fortschritte in der Diagnostik und die Suche nach einer wirksamen Therapie.
Mehr als jeder dritte Pflegebedürftige wird über Nacht zum Pflegefall. Angehörige müssen dann nicht nur die Pflege organisieren, sondern einen Berg an Bürokratie bewältigen. Töchter & Söhne-Gründer Thilo Veil will sie dabei unterstützen.
Prof. Dr. Diana Lüftner, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), über die Kampagne „Klug entscheiden“, ihre Bedeutung für Krebspatienten und warum Ärzte ein neues Bewusstsein für Über- und Unterversorgung brauchen.