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Prof. Dr. med. Erika Gromnica-Ihle

Wenn von Erika Gromnica-Ihle die Rede ist, dann ist das Thema „Rheuma“ meist nicht weit. Seit über 40 Jahren widmet sich die habilitierte Internistin und Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga der Erforschung und Behandlung rheumatischer Erkrankungen.

„Das Rheuma heilbar machen“

Die „Volkskrankheit Rheuma“ hat Erika Gromnica-Ihle seit ihrer Kindheit nicht mehr losgelassen. Damals, 1947, erkrankte sie selbst an rheumatischem Fieber. „Es gab weder wirksame Schmerzmittel noch Penicillin, erinnert sich Gromnica-Ihle. „Ich bin auch ohne diese Medikamente wieder völlig gesund geworden. Dabei habe ich Glück gehabt.“ Die Folgeschäden anderer aber machten ihr frühzeitig klar, dass man die Gesundheit nicht dem Selbstlauf überlassen darf. Sie wollte Ärztin werden, um anderen helfen zu können.

Diesen Wunsch hat sie dann später wahr gemacht. Als einzige Tochter einer Handwerkerfamilie verlässt sie ihr Heimatdorf im Osterzgebirge und geht nach Berlin, um Medizin zu studieren. Sie promoviert und beginnt ihre Laufbahn als Wissenschaftlerin an der Berliner Charité. 1970 wird sie Gebietsärztin für Innere Medizin und etabliert eine immunologische Spezialsprechstunde für Patientinnen und Patienten mit rheumatischen Erkrankungen. Es folgen die Ernennung zur Oberärztin der 1. Medizinischen Klinik der Charité und ihre Habilitation an der Humboldt-Universität Berlin im Jahre 1982. Daraufhin erhält sie die Teilgebietsbezeichnungen „Rheumatologie und Hämatologie“, und sie wird zur Hochschuldozentin für Innere Medizin an der Charité berufen, später zur Honorarprofessorin.

Bald wird ihr Erfolg als Rheumatologin über die Grenzen Berlins hinaus anerkannt: 1988 wird sie Chefärztin der Rheumaklinik Berlin-Buch. Unter ihrer Leitung wird die Klinik zum akademischen Lehrkrankenhaus der Humboldt-Universität zu Berlin (Charité) und in ganz Deutschland als führende Einrichtung der Rheumatologie bekannt.

Als Wissenschaftlerin gilt ihr besonderes Interesse einer Gerinnungsstörung bei Patienten mit Kollagenosen, schon in ihrer Habilitation beschäftigt sie sich damit – viele Jahre bevor diese als „Antiphospholipid-Syndrom“ 1986 von dem Engländer Hughes beschrieben wurde. „Für mich waren die Gerinnungsstörungen bei rheumatischen Erkrankungen immer ein wichtiges wissenschaftliches Betätigungsfeld. Daraus resultiert auch mein großes Interesse für die Problematik von Schwangerschaften bei Rheumatikerinnen“, sagt Erika Gromnica-Ihle, die eine ihrer zahlreichen Publikationen dem Thema „Rheuma und Schwangerschaft“ gewidmet hat. In ihren letzten Jahren in Berlin-Buch sind es vor allem Klinische Studien mit innovativen Medikamenten, die sie begeistern.

Auch nachdem sie mit 66 Jahren ihre ärztliche Tätigkeit in der Klinik aufgeben musste, bleibt sie der Rheumatologie treu. Für ihre Patienten war sie noch drei Jahre in einer eigenen Privatpraxis in Berlin-Pankow da. Und als Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Rheuma-Liga arbeitet sie weiter an ihrem Lebensziel „dass es uns eines Tages gelingen wird, das Rheuma heilbar zu machen.“

Für ihren unermüdlichen Einsatz auf diesem Gebiet wurde ihr im Mai 2005 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen und am 1. Oktober 2011 erhielt sie den Verdienstorden des Landes Berlin.

Beatrice Hamberger