. Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland

Doppelt so viele Krebsfälle wie 1970

In Deutschland leben derzeit 482.000 Menschen mit Krebs. Damit hat sich die Zahl der Krebserkrankungen seit 1970 nahezu verdoppelt. Der Anstieg korreliert mit der steigenden Zahl älterer Menschen.
Das Krebsgeschehen in Deutschland 2016: Neuerkrankungen erstmals leicht rückläufig

Das Krebsgeschehen in Deutschland 2016: Neuerkrankungen erstmals leicht rückläufig

Das Robert Koch-Institut hat am Dienstag den ersten Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland vorgestellt. Danach leben aktuell 482.000 Menschen mit einer Krebserkrankung. Im Vergleich zu 1970 hat sich die Zahl der Krebserkrankungen nahezu verdoppelt. Grund ist die wachsende Zahl älterer Menschen, da das Erkrankungsrisiko mit dem Lebensalter steigt. Dies gilt für fast alle Krebserkrankungen.

Der medizinische Fortschritt macht sich an der gestiegenen Lebenserwartung sichtbar. So leben heute Krebskranke im Schnitt vier Jahre länger als 1980. Das Durchschnittsalter liegt bei 74 Jahren. „Die Erfolge bei der Krebsbekämpfung haben inzwischen auch zum Anstieg der Lebenserwartung beigetragen“, betonte RKI-Präsident  Lothar H. Wieler am Dienstag bei der Vorstellung des Berichts.

Zahlen erstmals leicht rückläufig

Fortschritte hat es unterdessen auch bei der Prävention gegeben. Zum Beispiel erkranken weniger Männer an Lungenkrebs, da die Raucherzahlen bei Männern schon seit Jahren zurückgehen.

Zudem sorgen Früherkennungsprogramme dafür, dass Gebärmutterhals und Darmkrebs rückläufig sind, da hierbei Krebsvorstufen aufgespürt werden können, so dass es nicht zum Ausbruch der Erkrankung kommt. Daten der epidemiologischen Krebsregister deuten außerdem darauf hin, dass weniger Frauen an fortgeschrittenem Brustkrebs erkranken, was die Heilungschancen enorm erhöht. Experten führen diesen Trend auf das zwischen 2005 und 2009 eingeführte Mammographie-Screening-Programm zurück. Laut den Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland nehmen derzeit rund 48 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen und rund 24 Prozent der anspruchsberechtigten Männer eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung in Anspruch.

All das hat offenbar dazu beigetragen, dass die alters unabhängige Erkrankungsrate erstmals leicht zurückgegangen ist. 

Die häufigsten Krebserkrankungen

Männer erkranken derzeit am häufigsten an Prostatakrebs, gefolgt von Lungen- und Darmkrebs, bei Frauen steht Brustkrebs an erster Stelle, gefolgt vom Darm- und Lungenkrebs.

Mit 224.000 Todesfällen pro Jahr ist Krebs nach wie vor die zweite häufigste Todesursache in Deutschland. Nur an Herz-Kreislauerkrankungen sterben noch mehr Menschen.

Foto: © Smileus - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Krebsfrüherkennung

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs

| Deutschland altert und immer mehr Menschen erkranken an Krebs. Doch zum Weltkrebstag gibt es auch gute Nachrichten. Dank großer Therapiefortschritte in den letzten Jahren überleben immer mehr Menschen den Krebs oder leben länger mit der Erkrankung.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Der Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft Dr. Johannes Bruns über den Aufbau von flächendeckenden klinischen Krebsregistern und warum Daten für die Krebsbekämpfung unverzichtbar sind.
. Weitere Nachrichten
Das Krankenhausstrukturgesetz soll mehr Qualität ins deutsche Gesundheitswesen bringen. Doch notwendig ist eine regionale Bedarfsplanung, die den stationären und ambulanten Bereich umfasst. Die Bildung von Zentren scheint kein Allheilmittel zu sein.
Die Zahl der Ansteckungen mit Krätze ist in Nordrhein-Westfalen stark angestiegen. Vermehrt wurden Fälle aus Kitas und Schulen gemeldet. Das berichten verschiedene Zeitungen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Mehr als jeder dritte Pflegebedürftige wird über Nacht zum Pflegefall. Angehörige müssen dann nicht nur die Pflege organisieren, sondern einen Berg an Bürokratie bewältigen. Töchter & Söhne-Gründer Thilo Veil will sie dabei unterstützen.
Prof. Dr. Diana Lüftner, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), über die Kampagne „Klug entscheiden“, ihre Bedeutung für Krebspatienten und warum Ärzte ein neues Bewusstsein für Über- und Unterversorgung brauchen.
Die größte Angst der Deutschen ist derzeit die Angst vor Terroranschlägen. Wie man damit umgeht, warum die Mißtrauensschleife Ängste schürt, und wie man das Angstgedächtnis verhindert, erklärt die Berliner Notfallpsychologin Gabriele Bringer in einem Interview.