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Diabetes Gesellschaft kritisiert Ernährungsreport 2016

Der im Januar veröffentlichte „Ernährungsreport 2016“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums widerspreche der Ernährungsrealität in Deutschland, sagt Prof. Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Übersehen werde der viel zu hohe Verbrauch von Zucker, Fett und Salz sowie die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Frauen und Zweidrittel der Männer übergewichtig sind.
Diabetes Gesellschaft hält Ernährungsreport für realitätsfern

Das Thema Übergewicht taucht im Ernährungsreport 2016 nicht auf

Die Umfrage „Deutschland, wie es isst“ kommt zu dem Ergebnis: Die meisten schaffen es, sich im Alltag gesund und ausgewogen zu ernähren. „Offensichtlich versucht das Ministerium mit dieser geschönten Darstellung dem dringenden politischen Handlungsbedarf auszuweichen“, ergänzt Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der DDG, in einer Pressemitteilung .

Die Hauptforderung des Landwirtschaftsministers ist die Einführung eines Schulfaches Ernährung – eine Forderung, die nicht in der Kompetenz des Landwirtschaftsministers, sondern der Länder liegt, die sie mehrheitlich ablehnen. Andere Forderungen, die dagegen in den Kompetenzbereich der Bundesregierung fallen, darunter die Einführung einer klaren Lebensmittelkennzeichnung nach dem Ampelprinzip, die Beschränkung von an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung oder die Einführung einer Zucker-/Fettsteuer, werden dagegen vom Landwirtschaftsminister abgelehnt.

Diabetes Gesellschaft kritisiert Ernährungsreport 2016: Beschönigung

„Insgesamt ist die Umfrage ein Dokument der Beschönigung und der politisch gewollten Untätigkeit“, bilanziert Garlichs. Minister Christian Schmidt (CSU) kopple sich von der internationalen Diskussion ab wie sie etwa von der Weltgesundheitsorganisation WHO, der OECD, der World Obesity Federation und in renommierten Fachmedien geführt werde.

Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern sowie Erwachsenen werden inzwischen als das größte Gesundheitsrisiko weltweit eingestuft. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation WHO als auch die OECD sprechen in diesem Zusammenhang von einer globalen „Adipositas-Krise“.

Für die Umfrage hatte Forsa im Zeitraum vom 13. bis 28. Oktober 2015 insgesamt 1.000 Bundesbürger ab 14 Jahre mit computergestützten Telefoninterviews befragt. Ausgewählte Ergebnisse des Ernährungsreports waren am 5. Januar 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

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Autor: red

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