. EPIC-Studie

Darmkrebsrisiko hängt stark vom Lebensstil ab

Ein gesunder Lebensstil kann das Darmkrebsrisiko etwa um ein Drittel reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt die europäische Langzeitstudie EPIC, an der fast 350.000 Menschen teilnehmen.
Darmkrebsrisiko hängt stark vom Lebensstil ab

EPIC-Studie: Je gesünder man lebt, desto geringer das Darmkrebsrisiko

Die EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) ist eine prospektive Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes untersucht. Neu an der aktuellen Studie ist, dass sie nun erstmals die kombinierten Effekte von fünf gesundheitsfördernden Lebensstilmerkmalen auf das Darmkrebsrisiko in einer europäischen Bevölkerungsgruppe untersucht hat. Die Wissenschaftler stuften dabei folgende Lebensstilfaktoren als risikosenkend ein: Nichtrauchen, moderater Alkoholkonsum, normales Körpergewicht, körperliche Aktivität und gesunde Ernährung.

Darmkrebsrisiko: EPIC-Studie zeigt additive Effekte

Wie die Studie zeigt, addieren sich die Effekte – so dass das Darmkrebsrisiko mit jedem weiteren Lebensstilfaktor sinkt. So hatten Studienteilnehmer, die zwei der gesundheitsfördernden Merkmale aufwiesen, im Vergleich zu Personen, auf die kein oder nur ein günstiges Lebensstilmerkmal zutraf, ein um 13 Prozent verringertes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Wiesen die Teilnehmer drei der untersuchten Merkmale auf, sank ihr Erkrankungsrisiko um 21 Prozent, wobei sich bei vier Merkmalen ihr Risiko sogar um 34 Prozent verringerte. Kamen alle fünf Merkmale zusammen, sank das Risiko um 37 Prozent.

„Wie unsere Ergebnisse zeigen, verringert sich das Darmkrebsrisiko umso mehr, je mehr man etwas für seine Gesundheit tut. Unsere Daten haben ergeben, dass durch eine gesunde Lebensführung bis zu 22 Prozent der Darmkrebs-Neuerkrankungen bei Männern bzw. bis zu elf Prozent der Erkrankungen bei Frauen vermeidbar wären“, sagt Krasimira Aleksandrova vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) und Erstautorin der Studie. „Das Umsetzen dieses Wissens in gesellschaftlich aktiv unterstützte Präventionsstrategien könnte wesentlich dazu beitragen, ein frühes und häufiges Auftreten dieser Krebsform zu vermeiden und damit viel persönliches Leid zu verhindern“, ergänzt Heiner Boeing, Leiter der Potsdamer EPIC-Studie.

 

Zusammenhang zwischen westlichem Lebensstil und Darmkrebsrisikogilt als belegt

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Nach Angaben der International Agency for Research on Cancer erkranken weltweit etwa 746.000 Männer und 614.000 Frauen jährlich an dieser Krankheit. In verschiedenen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Darmkrebs besonders häufig in Ländern mit westlichem Lebensstil auftritt. Seither wird der Zusammenhang zwischen Lebensstilfaktoren und Darmkrebsrisiko besonders intensiv beforscht. Die Potsdamer Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung haben ihre neuesten Daten in der Fachzeitschrift BioMed Medicine publiziert. 

Foto: © Kzenon - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Darmkrebs , Ernährung , Alkohol , Rauchen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Darmkrebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Weißer Industriezucker wird zunehmend durch alternative Süßungsmittel ersetzt. Xylit – auch als Birkenzucker bekannt – steht dabei hoch im Kurs. Fakt ist, dass er weniger Kalorien hat, aber ist die Zuckeralternative deshalb auch gesünder?
Auch die dritte Staffel der ARD-Serie Charité zieht wieder Millionen Zuschauer in ihren Bann. In der fünften Folge, die am 26. Januar 2021 unter dem Titel „Sepsis“ ausgestrahlt wird, werden drei Fälle von Sepsis – landläufig auch als „Blutvergiftung“ bekannt – gezeigt. Wie realistisch die Darstellung ist und wie weit wir heute in der Sepsisdiagnose und -behandlung sind, erklärt der Vorsitzende der Sepsis-Stiftung Professor Konrad Reinhart.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.