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03.05.2015

Broccoli zur Krebsprävention von Kopf-Hals-Tumoren im Test

Menschen, die einmal einen Kopf-Hals-Tumor hatten, haben ein hohes Rückfallrisiko. Amerikanische Forscher nutzen jetzt die in Broccoli enthaltenen Sulforaphane, um den zweiten Krebs zu verhindern. Vorausgegangene Versuche hatten vielversprechende Hinweise geliefert.
Broccoli zur Krebsprävention von Kopf-Hals-Tumoren im Test

Substanz aus Broccoli und anderen Sprossen schützt möglicherweise vor Kopf-Hals-Tumoren

Die in Broccoli enthaltenen Sulforaphane stehen schon länger unter Verdacht, das Krebswachstum zu bremsen. Forscher vom University of Pittsburgh Cancer Institute (UPCI) und Cancer Center (UPMC) konnten die schützende Wirkung von Broccoli jetzt auch bei Kopf-Hals-Tumoren zeigen. In einer Studie mit Mäusen, die ein großes Risiko für Kopf-Hals-Tumore hatten, traten nach einer mehrmonatigen Gabe von Sulforaphanen signifikant weniger Tumore auf. Außerdem wurden am Pittsburgh Cancer Institute bereits zehn freiwillige Testpersonen damit behandelt. Alle hatten den mit Sulforaphan angereicherten Fruchtsaft gut vertragen und es konnten positive Veränderungen an den betroffenen Geweben beobachtet werden.

Studie mit 40 Patienten, die schon einen Kopf-Hals-Tumoren hatten, in Pittsburgh angelaufen

Die vielversprechenden Ergebnisse wollen die Forscher nun in einer klinischen Studie testen. Eingeschlossen werden 40 Patienten, die bereits einmal einen Kopf-Hals-Tumor hatten. „Menschen, die von einem Kopf-Hals-Tumor geheilt wurden, haben ein sehr hohes Risiko an einem zweiten Tumor im Mund oder Rachenraum zu erkranken“, sagt UPMC-Direktorin Dr. Julie Baumann. „Wir haben deshalb ein natürliches Molekül entwickelt, das unter anderem in Broccoli vorkommt und vermutlich die Schleimhaut im Mund und Hals vor Krebs schützt.“

In der nun anlaufenden Studie werden die Teilnehmer täglich Kapseln mit Broccoli- Extrakt schlucken. Ziel der Studie ist, die Verträglichkeit und präventive Wirkung zu überprüfen. Später sollen dann größere klinische Studien folgen.

 

Grüne Chemoprävention ist kostengünstig

„Wir nennen das grüne Chemoprävention“, erläutert Dr. Baumann, die aus Gemüse-Sprossen gewonnene Medizin, die Krebs vorbeugen soll. „Grüne Chemoprävention kostet weniger Geld und Ressourcen als eine klassische pharmazeutische Studie und könnte viel schneller auch in Entwicklungsländer gelangen, wo Kopf-Hals-Tumore ein großes Problem sind.“

Mehrere Studien, darunter eine große Studie aus China, haben bereits die Anti-Tumorwirkung von Sulforaphanen belegt. Die Substanz kommt vor allem in Broccoli, Kohl und Kresse vor. An der Universitätsklinik Heidelberg läuft ebenfalls eine Studie mit dem im Broccoli enthaltenen Wirkstoff Sulforaphan. In dieser Studie bekommen 40 Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs das grüne Mittel ergänzend zur Chemotherapie.

Hauptkategorie: Medizin
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