Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
31.12.2015

Abnehmen bei Kniearthrose: Mehr ist mehr

Dass Übergewicht die Kniekorpel belastet und Abnehmen daher die Schmerzen bei Kniearthrose reduzieren kann, ist bekannt. Forscher konnten jetzt zeigen, dass der Effekt stärker wird, je größer der Gewichtsverlust ist.
Abnehmen mindert Kniegelenksarthrose stärker als gedacht

Kniearthrose geht meist mit starken Schmerzen einher

Arthrose ist nicht heilbar, doch man kann viel gegen die Beschwerden tun. So konnten Studien zeigen, dass sich bei nachgewiesenen strukturellen Schäden im Kniegelenk die Schmerzen bessern ließen, wenn Patienten ihr Gewicht reduzierten. Doch wieviel Gewichtsreduktion dabei am günstigsten ist, war bisher unbekannt. Genau dieser Frage sind daher Forscher von der University of California in San Francisco in einer retrospektiven Studie nachgegangen. Dazu untersuchten sie die Daten von über 500 Personen, die einen Body Mass Index (BMI) zwischen 26,7 und 33,7 hatten und entweder Risikofaktoren für Kniearthrose aufwiesen oder bereits Zeichen von leichten bis mittleren Schäden am Kniegelenk hatten.

Kniegelenksschäden schon auf mokularer Ebene sichtbar

Die Forscher um die Radiologin Dr. Alexandra Gersing verglichen nun die Werte von Patienten, die mindestens zehn Prozent ihres Ausgangs-BMIs verloren hatten, mit denjenigen, die ihn zwischen fünf und zehn Prozent reduziert hatten. Auf welche Weise die Teilnehmer dabei abgenommen hatten, spielte keine Rolle. Als Kontrollgruppe dienten die Daten von Teilnehmern, die nicht oder kaum abgenommen hatten.

Das Fortschreiten der Kniearthrose wurde mittels MRT-Aufnahmen zu Studienbeginn sowie nach 48 Monaten ermittelt. Daraus wurde der Knorpelscore WORMS (Whole-Organ Magnetic Resonance Imaging Score) ermittelt. Zusätzlich wurden mittels T2-gewichteter Sequenzen (Molecular T2 Relaxing Time Mapping) fünf verschiedene Abschnitte des Knorpels am rechten Knie begutachtet: die Patella, der mediale und der laterale Femur sowie die mediale und die laterale Tibia. Nach Angaben der Studienautoren liegt der Vorteil dieser Untersuchung darin, dass Knorpelschäden bereits im Stadium der molekularen Veränderungen identifiziert werden können.

 

Je höher der Gewichtsverlust, desto stärker der Effekt auf die Arthrose

Es zeigte sich, dass der Knorpelscore in beiden Gruppen, die Gewicht reduziert hatten, signifikant weniger zugenommen hatte als in der Gruppe, die gar kein Gewicht verloren hatte. Zudem konnte für die Gruppe mit einem Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent bei den T2-gewichteten Sequenzen eine signifikante Verlangsamung der degenerativen Knorpelveränderungen nachgewiesen werden. Bei den Teilnehmern, die zwar auch Gewicht verloren hatten, aber nicht so viel, konnte hingegen kein Unterschied festgestellt werden. Auf der molekularen Ebene zeigte sich also, dass erst durch einen Gewichtsverlust von mindestens zehn Prozent den dauerhaften Schäden durch eine Kniearthrose wirksam entgegengewirkt werden konnte. Was die Gewichtsreduktion bei Kniegelenksarthrose angeht, gilt nach Auffassung der Forscher daher der Satz: Mehr ist mehr.

Foto: © kheat - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Kniearthrose

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol ist ein Zellgift, das offenbar auch Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass sich selbst bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für Vorhofflimmern signifikant erhöht. Demnach haben schon kleine Mengen einen negativen Effekt.

Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin